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Vereinsvoting der VR BANK Dinklage-Steinfeld eG

Die App-Arena GmbH führt jedes Jahr mehrere Dutzend Vereinsvotings und Fotowettbewerbe mit VR-Banken durch. Ein besonders gelungenes Beispiel fanden wir, sollte auch einmal mit anderen Banken geteilt werden: Frau Ajona Braun der VR BANK Dinklage-Steinfeld eG hat sich dankenswerter Weise zu einem kurzen Gespräch bereit erklärt.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen eine Vereinsvoting durchzuführen?

Die VR BANK Dinklage-Steinfeld eG hatte zu Weihnachten stets die Tradition, ihren Kunden Weihnachtskarten per Post zu verschicken. Im letzten Jahr gab es diesbezgl. jedoch ein Umdenken, sodass die Überlegung entstand, dass der Gegenwert der Produktion und Versendung der Karten dem guten Zweck dienlicher wäre, als einer Karte, die meist doch sehr schnell im Papierkorb landet. So hatten wir 1.000€ „über“, über dessen Verwendung wir nicht allein bestimmen wollten, sondern getreu dem genossenschaftlichen Leitbild die Entscheidung der Gemeinschaft überlassen wollten. Nach kurzer Recherche bin ich schließlich auf App Arena gestoßen. Ein Vereinsvoting passte genau zu unserer ursprünglichen Idee, die wir alleine und ohne das Tool niemals hätten in dem Umfang umsetzen können.

Wie viele Teilnehmer hatten Sie?

Wir hatten insgesamt 16 Vereine die sich beworben haben, wobei wir einen leider aufgrund des Sitzes außerhalb unseres Geschäftsgebietes nicht zulassen konnten. Diese Vereine haben in der Summe 1849 Stimmen generiert, wobei wir insgesamt 2.221 eingetragene Teilnehmer verzeichnen können.

Hatten Sie vorher schon Kontakt zu Vereinen?

Genossenschaftsbanken folgen der Philosophie „Was einer alleine nicht schafft, das schaffen viele“, was sich auch in der Arbeit vieler Vereine wiederspiegelt. Als regionale VR BANK sind uns Gemeinschaft und gesellschaftliches Engagement wichtig und so fördern wir schon seit Jahren Menschen, Vereine und Institutionen aus der Region. Jährlich werden zudem Sparbeiträge aus unserem VR-Gewinnsparen an Vereine und Organisationen ausgezahlt. Somit haben wir mit der Unterstützung unserer „Heimatvereine“ bereits vor Jahren den Grundstein für die Förderung von Vereinen gelegt.

Wie haben Sie das Vereinsvoting beworben?

Im Grunde haben wir nicht viel getan. Natürlich haben wir unsere digitalen Plattformen – die hauseigene Website, eine eigene Rubrik in einer hiesigen Online-Plattformen für Unternehmer und Dienstleistungen sowie unsere facebook-Seite – zur Verbreitung unseres Votings genutzt. Der größte Inkubator war wohl jedoch das Medium Stimme: unsere Mitarbeiter, Kunden und Freunde haben unser Voting in die (kleine Dinklager und Steinfelder) Welt hinausgetragen und allein dadurch konnten wir einen Großteil unserer Teilnehmer generieren. Unser Geschäftsgebiet ist nicht besonders groß, die Digitalisierung ist noch nicht in allen Ecken angekommen und somit ist der Mensch an sich noch einer unserer größten Werbeträger.

Welche weiteren Marketingideen haben Sie? Planen Sie weitere Aktionen? (Ostern/Weihnachten)

Die Arbeit mir App Arena war unkompliziert, schnell und intuitiv, sodass wir uns gut vorstellen können, noch einmal ein Produkt für eine Folgeaktion zu nutzen. Unsere Marketingabteilung hat sich allerdings erst in den vergangenen Monaten entwickelt, sodass einiges auf unserem Programm steht, wir zu diesem Zeitpunkt allerdings noch keinen festen Plan für weitere Aktionen haben.

Wie sehen Sie die zukünftige Entwicklung des Marketings für (VR-)Banken?

Grundsätzlich sehe ich der Entwicklung des Marketings für Banken positiv entgegen. Banken haben heute allerdings noch immer mit den Auswirkungen der Finanzkrise zu kämpfen und so hat es auch die Werbung für Banken. Durch viele negative Konnotationen haben es Banken gerade in der heutigen digitalisierten und globalisierten Zeit nicht leicht, aus ihrem „verstaubten, spießigen und langweiligen“ Image herauszutreten und sich neben den „big playern“ zu positionieren. Gerade deswegen darf bzw. muss sich Bankenwerbung meiner Meinung nach ein wenig mehr trauen und auch Werbung machen, die nicht nach Bank aussieht oder sich nach Bank anhört. Plattformen wie App Arena bieten hier eine tolle Möglichkeit, aus den eigenen „Grenzen“ zu treten und als Bank moderne, coole und nicht vordergründig vertriebliche Werbung zu gestalten. Natürlich muss das Marketing zum Unternehmen, zu den eigenen Mitarbeitern und auch zu den Kunden passen, die dann im besten Fall zu eigenen Werbeträgern werden.

Arbeiten Sie weiter mit den Daten der Teilnehmer?

Wir werden voraussichtlich keine vertriebliche Aktion mit den Adressen starten. Es ist uns wichtig, dass die Teilnehmer gerne und auch künftig wieder an solchen oder ähnlichen Aktionen teilnehmen und nicht durch anschließende vertriebliche Werbekampagnen „abgeschreckt“ werden. Die Herausgabe der eigenen Daten ist bei einem fairen und transparenten Wettbewerb unerlässlich, dennoch ist es uns wichtig, eine nachhaltige und partnerschaftliche Beziehung zu unseren Vereinen und Teilnehmern aufzubauen und mittels des durchweg positiven Feedbacks zum Voting im Gedächtnis zu bleiben.

Welche Effekte können Sie durch das Vereinsvoting feststellen?

Zu Beginn des Votings waren die Reaktionen verhalten, doch je näher das Ende der Bewerbungs- und anschließend der Abstimmphase rückte, merkte man, dass sich eine gewisse Eigendynamik entwickelt. Die teilnehmenden Vereine haben kräftig die Werbetrommel gerührt; Kollegen und Mitarbeiter fieberten besonders an den letzten Tagen mit, zum Schluss gab es ein heißes Kopf-an-Kopf Rennen. Ich hatte das Gefühl, dass sich das Voting absetzt zu allem, was man sonst mit der Bank verbindet. Es war ein Spiel mit 15 Spielern und zwei ganzen Städten als Zuschauer. Das Voting hat kein typisches Bankenthema beinhaltet, sondern Kreativität, Ehrgeiz, Engagement und intermediale Kommunikation gefordert und gefördert. Für uns war es eine ganz besondere Erfahrung, die wir auf jeden Fall verfolgen möchten.

Welche konkreten Empfehlungen haben Sie für andere Banken?

Einfach machen. Für uns war es die erste Erfahrung mit einem Voting und auch mit einem externen Dienstleister in dieser Form. Am Anfang standen auch bei uns Skepsis und Unsicherheiten im Raum: „Das haben wir noch nie gemacht. Das hat doch schon xy vor uns gemacht. Ob das wohl bei unseren Kunden ankommt?“ Ich persönlich komme frisch aus dem Studium, habe mich vor 4 Jahren aus meiner persönlichen Komfortzone einer Bankangestellten herausbewegt und mich neuen Herausforderungen gestellt. Ich bin noch nicht so lange in diesem Beruf, als dass ich großartig Empfehlungen geben könnte, es gibt jedoch ein Motto, an dem ich mich orientiere: try and error. Gelegentlich muss man Fehlschläge in Kauf nehmen, aus der eigenen Komfortzone treten, ausprobieren und reflektieren. Um in der heutigen Zeit aufzufallen und nicht in der Masse der Informationsflut im Internet unterzugehen, muss man sich gelegentlich einfach mal was trauen – und häufig wird das dann am Ende richtig gut.


Hubertus Porschen

Dr. Hubertus Porschen ist CEO der App-Arena GmbH. Er ist zudem Bundesvorsitzender des Verbandes "Die jungen Unternehmer" und Keynote Speaker für Digitalisierung & Innovation.