user Avatar

5 gute Gründe für Netzneutralität

Netzneutralität - Header

Der Begriff „Netzneutralität“ ist schon lange in aller Munde und wird von vielen Befürwortern als konstitutionelles Merkmal des Internets bewertet. Die neuen EU-Regelungen führten daher auch zu einem großen Aufschrei der Internetgemeinde. Viele Hoffnungen liegen jetzt auf der Zusammenarbeit der EU-Regulierungsbehörde für elektronische Kommunikationen GEREK mit ihrem US-amerikanischen Pendant, der Federal Communication Commission (FCC), die vergangene Woche mit einem Workshop begann.

Grund 1: Netzneutralität führt zur Gleichbehandlung des Datentransfers

Netzneutralität sichert den Anbietern von Diensten und Anwendungen im Internet zu, dass alle zu übertragenden Datenpakete gleich behandelt werden. Die ständig wachsende Datenflut darf keinesfalls reguliert werden oder Teile der Übertragung sogar gedrosselt werden.

Grund 2: Netzneutralität fördert die Realisierung innovativer Ideen

Bleibt das Netz neutral und offen, können kleine Start-Ups ihre digitalen Neuerungen leichter in die Tat umsetzen. Bei einer Regulierung des Internets und einer Vergütung von gesendetem Datenvolumen könnten sich große Konzerne eine Überholspur auf der Datenautobahn sichern. Damit käme es mittelbar auch zu einer wirtschaftlichen Beeinträchtigung von Firmenneugründungen.

Grund 3: Netzneutralität treibt den Breitbandnetzausbau voran

Eines ist sicher: Die sich zukünftig potenzierenden Datenmengen können nur mit dem Ausbau von Glasfaserkabeln bewältigt werden. Das dient auch der Digitalisierung der Gesellschaft und von Staaten allgemein. Jeder Bürger sollte einen funktionsfähigen Zugang zum Internet erhalten – in ländlichen Gegenden oft noch Zukunftsmusik!

Grund 4: Netzneutralität verhindert Monopolstellungen der Telekommunikationsanbieter

Wird das Netz reguliert, dann bestimmen einige wenige Telekommunikationsanbieter über den Zugang vieler Anbieter im Internet – Monopole wären geboren. TK-Unternehmen könnten sich die Nutzung ihrer vorhandenen Netze hoch vergüten lassen. Damit wäre vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen u.U. der Zugang zum Datentransfer verwehrt.

Grund 5: Netzneutralität führt nicht zu eingeschränkter Internetnutzung

Die Unkenrufe der Befürworter einer Regulierung des Internets zielen in erster Linie auf eine befürchtete Einschränkung des Internets durch sich stetig mehrende Datenvolumina ab. Dem versucht das EU-Parlament mit den neuen verabschiedeten Regelungen zu begegnen. Doch steckt dahinter eher das Kalkül, so Subventionen für den Ausbau der digitalen Infrastruktur klein zu halten. Das darf nicht sein (siehe schon Grund 3).

Fazit

Die Neutralität des Internets und der damit ungehinderte Zugang zu Datennetzen für alle Anbieter von Diensten und Anwendungen ist oberstes Gebot und nächster Schritt in eine funktionable digitale Gesellschaft. Die FCC hat dies bereits in einer ihrer Entscheidungen verdeutlicht: Internetprovider gelten jetzt als „common carrier“. Sie erfüllen damit gesamtgesellschaftlich bedeutsame Leistungen wie z.B. Energieversorger. Die US-amerikanische Regulierungsbehörde erhebt das Internet zum schützenwerten öffentlichen Gut. Hoffen wir, dass dies Einfluss auf die europäische GEREK nimmt.


s.dietrich