Industrie 4.0 – Ist die Digitale Transformation ein Must-Have?

Digitale TransformationIndustrie 4.0, Digitale Transformation – beides Begriffe, die immer wieder den Weg in die Münder und Köpfe der Menschen finden. Beides sind zentrale und enorm wichtige Themen, mit denen man sich gerade jetzt dringlich befassen muss. Das ist allerdings gar nicht so einfach, denn beides sind sehr komplexe Thematiken, bei denen man oft nicht weiß, wo anzusetzen ist, um am schnellsten einen aufschlussreichen Überblick zu erhalten. Aber genau das soll sich jetzt ändern!

Mit diesem zweiteiligen Blogbeitrag soll ein Grundverständnis für die Digitale Transformation geschaffen werden und klar werden, dass ohne Digitale Transformation in Zukunft kein Unternehmen mehr am Markt bestehen kann.

Was ist eigentlich mit Industrie 4.0 gemeint?

Der Begriff „Industrie 4.0“ zielt auf eine vierte industrielle Revolution ab. Den meisten ist bekannt, dass mit der ersten industriellen Revolution die Entwicklung der Dampfmaschine Ende des 18. Jahrhunderts gemeint ist. So gab es Ende des 19.Jahrhunderts durch die Einführung der Elektrizität auch eine zweite industrielle Revolution. Die dritte folgte um 1970 mit der Entwicklung von Computern für Haushalt und Büro und dem Internet. Als bisher letzte und damit vierte Revolution zu Beginn des 21. Jahrhunderts ist die Vernetzung von Technologien gemeint, die noch lange nicht abgeschlossen ist. Das heißt, eine Digitalisierung von ganzen Prozessen findet statt, sodass um 2020 mit der Vernetzung sämtlicher Geräte das Internet of Things entsteht. Wichtig ist auch, dass mit jeder industriellen Revolution ein unglaublicher wirtschaftlicher Aufschwung zusammenhängt, wenn die neuen Möglichkeiten der Industrie ganzheitlich verwendet werden.

Vierte Industrie-Revolution
Vierte Industrie-Revolution (© com-magazine.de)

Ist die Digitale Transformation aufgrund von der Industrie 4.0 ein Must-Have?

Diese Frage stellt sich immer wieder – berechtigterweise. Es gibt genügend, hocherfolgreiche und äußerst etablierte Unternehmen, die auch ohne Digitalisierung ihren Umsatz bisher bestens halten konnten und aufgrund dessen nicht die Notwendigkeit sehen, eine Digitale Transformation durchzuführen.

Das scheint allerdings auch nur für den Moment. Es gibt zahlreiche Treiber, die eine Digitale Transformation immer weiter forcieren und es gibt auch zahlreiche Unternehmen, die aufgrund von einer Digitalisierung ihrer Prozesse weitaus erfolgreicher da stehen als zuvor. Im Folgenden sind zwei treibende Effekte bzw. Unternehmensgruppen aufgeführt, die Vorzeigeobjekte der digitalen Transformation sind:

  • Piranha-Effekt: Mit Piranhas sind Start-Ups gemeint, wie es in Herrn Prof. Dr. Kollmanns Bericht „Der digitale Tsunami“ erläutert wird. Kleine Unternehmen im Internet versuchen mit innovativen digitalen Geschäftskonzepten Teile der großen digitalen oder realen Märkte zu erobern. Ein Beispiel hierfür ist das Start-Up „Uber“, das versucht, den Markt für privaten Personenverkehr über seinen digitalen Peer-to-Peer-Marktplatz zu verändern.
  • Elephant-Effekt: Hier sind große Unternehmen, wie Amazon, angesprochen, die mit eigenen schon etablierten digitalen Geschäftskonzepten in weitere größere digitale oder reale Märkte eindringen.

Hieraus kann man schließen, dass sich immer mehr Piranhas in neue Branchen „beißen“ und immer mehr Elefanten durch digitale Transformation andere Wettbewerber „niedertrampeln“ werden. Um diesen Effekten nicht zum Opfer zu fallen, ist eine Digitale Transformation essentiell, denn die Welle dieser Effekte wird erst noch kommen.

Jeder Mensch hat auch ein digitales Leben

Allgemein ist bekannt, dass man sich als Konsument generell zuerst im Internet über etwas informiert, bevor man es physisch aufsucht. Auch sympathisiert man mit Dingen schneller oder erfährt von ihnen zum ersten Mal über Facebook, Instagram und Co. Es ist kein Geheimnis mehr, dass fast jeder Mensch auch ein digitales Leben hat. Und genau deswegen müssen Unternehmen jeglicher Art dort ansetzen. Denn in Zukunft wird das digitale Handeln der Menschen nicht weniger – es wird weiter ansteigen.

Globale digitale Statistiken
Globale digitale Statistiken (© apfelpage.de)

Dieser sogenannte „RoPo-Effekt“ (Research Online, Purchase Offline) wird sich weiter entwickeln. Somit beeinflusst sich Konsumentenverhalten und das Verhalten von bereits digitalisierten Unternehmen wechselseitig, sodass die Welle der digitalen Transformation immer weiter aufgebauscht wird. Damit steht fest: Es wird digitalisiert und muss digitalisiert werden!

Herausforderung „Digitale Transformation“

Die Digitale Transformation stellt sich als große Herausforderung für die meisten Unternehmen dar. Maßgeblich hierfür sind:

  • eine ganzheitliche Strategie, um unternehmensextern und -intern zu digitalisieren; erst wenn Offline- und Online-Welt optimal ineinander greifen, kann von einer Digitalen Transformation gesprochen werden
  • digital Capabilities, das heißt das entsprechende technische Know-How, aber auch IT-Plattformen werden benötigt, sodass Kunden digital aufgefordert und gebunden werden können
  • eine strukturierte Organisation, die die Struktur, Prozesse und das Fachpersonal bei der Ausführung der Digitalisierung unterstützt

Die Digitale Transformation zieht sich grundsätzlich über alle Wertschöpfungsstufen hinweg. Der Digitale Wandel ermöglicht das Ineinandergreifen von Prozessen und nur dadurch wird es in Zukunft möglich sein, sich von seinen Wettbewerbern abzusetzen. Aber wie geht man eine solche Digitale Transformation genau an? Was muss noch beachtet werden? Diese Fragen werden im zweiten Blogbeitrag zum Thema „Digitale Transformation“ beantwortet.

Interessanter Blogbeitrag zum Thema:

Recap: Digitale Transformation – Haben Sie Mut zur kreativen Zerstörung!?

Quellen:

http://next.pwc.de/2015-03/editorial.html

https://www.bosch-si.com/de/internet-der-dinge/iot/iot.html

http://www.huffingtonpost.de/tobias-kollmann/digitale-tsunami-kraft_b_7524842.html

http://www.mckinsey.com/client_service/mckinsey_digital/digital_quotient



Dr. Hubertus Porschen ist CEO der App-Arena GmbH. Er ist zudem Bundesvorsitzender des Verbandes "Die jungen Unternehmer" und Keynote Speaker für Digitalisierung & Innovation.