user Avatar

Social Media statt „social life“ – Digitale Übernahme unseres Lebens

recordings-597288_1920

11 Prozent der unter 25-jährigen gehen beim Sex an ihr Handy und knapp die Hälfte aller Onliner lässt sich beim Essen von der Social Media Welt ablenken. Überraschen diese Zahlen im digitalen Zeitalter wirklich noch? Wir als Social Media Agentur stellen uns die Frage, wann und ob es ein „too much“ in der Social Media Welt gibt.

iConsultants liebt Social Media

iConsultants ist im Social Web zuhause. Täglich arbeiten wir mit und in der digitalen Welt, der morgendliche Newsfeed Check ist quasi Pflicht. Facebook Posts und unseren Kunden zu einem erfolgreichen Webauftritt zu verhelfen ist unser täglich Brot. „karrierebibel.de“ schreibt, dass 18 Prozent der unter 25 jährigen nicht länger als ein paar Stunden offline durchhalten. Doch muss man wirklich jedes Essen instagramen, und bei der Familienfeier den Twitter Feed durchsehen? Ich glaube – NEIN.

Newsfeeds und Stories – Wann bleibt Zeit zum leben?

Ich selbst bin auf Facebook, Instagram, Tumblr, Pinterest und Snapchat vertreten. Meinen Facebook Feed checke ich mehrmals täglich, nicht zuletzt weil ich auf der Suche nach Neuigkeiten (besonders im Social Media Marketing Bereich) bin und Postings im Namen unserer Seiten „iConsultants“, „App-Arena.com“, „Social Media für Sparkassen“ und „Social Media für VR Banken“ vornehme.

Auch der Instagram Feed wird einmal täglich durchgesehen, schließlich will ich wissen was alte Schulfreunde oder Personen, die mich interessieren so machen.

Tumblr schaue ich jeden Abend vom schlafen durch, ich folge Blogs die mich interessieren und speichere viele schöne Bildchen und Zitate, dir mir als Inspirationsquelle für mein Schreiben und meine Gedanken dienen.

Pinterest wird zur Hilfe genommen, wenn ich Inspiration zu gewissen Themen brauche.

Und Snapchat? Ab und zu sehe ich mir mal die Stories meiner Freunde an, sonst erfreue ich mich zwischendurch mal an Updates aus dem Leben anderer in Bildform.

Jetzt könnte man meinen, wenn ich jetzt noch den ganzen Tag online arbeite, bleibt neben Schlafen und Essen keine Zeit mehr für ein zwischenmenschliches Leben. Aber ich kann Ihnen beruhigt entgegensetzen: Doch, auch ich habe ein Leben abseits von #Hashtags und retweets. Ich weiß auch, dass Vögel nicht blau sind, wenn ich Zeit habe lade ich nicht zum „Hangout“ sondern „treffe mich“ und am liebsten surfe ich – im Wasser.

Die Vorteile von Social Media

Das Social Web ist für Unternehmen und nicht nur für Computer Freaks unumgänglich geworden um sich oder ein Unternehmen zu präsentieren, Kontakte zu knüpfen, für sich oder ein Unternehmen zu werben und sich das Leben schlichtweg einfacher zu machen. Wir bestellen unsere Bücher, unsere Pizza am Abend und die neue Wohnzimmereinrichtung online und zu Geburtstagsfeiern schreibt man keine Einladungen mehr, sondern erstellt eine Veranstaltung. Man erfährt Dinge, über die man sonst vielleicht gar nicht informiert wäre, während man Instagram oder Facebook durchsucht und wenn man’s darauf anlegen will, dass es wirklich jeder mitbekommt sendet man einen Snap.

Damals… – War wirklich alles besser einfacher?

alarm-clock-219613_1920

Wenn ich bei meiner Oma im schönen Unterfranken sitze und mir das Leben vor 60 Jahren erzählen lasse, werde ich nostalgisch. Wie herrlich einfach doch alles war, unkompliziert und ruhig. Zwischen Dornröschenträumen und Stallgeruch hat man von Breitband Internet zwar schon gehört, von der Umsetzung ist man vermutlich Jahre entfernt. LTE ist zwar aktiviert aber sowas wie einen aktiven Sendemast gibt es dazu nicht. Vermutlich auch unnötig, denn wenn man zu den unglücklichen Nutzern gehört, die kein D1 Netz nutzen, steht links oben sowieso nur „Kein Netz“ im Display. Unnötig zu erwähnen, dass das bei mir der Fall ist – E-Plus sei Dank. Mein Handy vibriert vielleicht zwei Mal am Tag wenn ich beim Laufen durch den Hof zufällig für Sekunden das WLAN Signal meines Vaters streife. Sie denken, dass stört, richtig? Wie ätzend, kein Netz, keine Nachrichten aufs Handy. Aber das tut es nicht. Das ist wie Kurzurlaub. Ich muss bei Familienfeiern nicht den Platz am nächsten an der Steckdose ergattern und wenn ich Sonntag abends den Tatort schaue, checke ich nicht parallel die Reaktionen im Netz.

Und doch: Wir sind Social Media Fans

notebooks-569121_1920

Und trotzdem – in meinem Beruf lerne ich täglich wieder, welche Vorteile die Social Media Welt bietet und wie viel einfacher die Dinge werden, wenn man sie mit wenigen Klicks erledigen kann. Jetzt könnte man meinen, dieses Internet (#neuland) und mein Smartphone rauben Zeit und Lebensqualität. Aber wie viel Lebensqualität ist wirklich genommen, wenn ich mehrmals am Tag bei Fotos, Zitaten oder Posts herzhaft lachen muss, mich Veranstaltungen zu Offline Treffen mit meinen Freunden einladen oder ich jemandem über den neusten Twitter-Hashtag Trend erzähle. Wenn ich Geschäftsbeziehungen mit ein paar Mails nebenbei wunderbar pflegen kann, während ich gerade diesen Blogartikel schreibe oder mich mit meiner Arbeitskollegin mit zwei schnellen Nachrichten gerade für heute Abend verabredet habe. Offline.

Zahlen von: karrierebibel.de, Bilder: pixabay.com


Digital Natives Social Media
Hubertus Porschen

Dr. Hubertus Porschen ist CEO der App-Arena GmbH. Er ist zudem Bundesvorsitzender des Verbandes "Die jungen Unternehmer" und Keynote Speaker für Digitalisierung & Innovation.