It’s a match – Tinder als Social Media Plattform

Tinder ist eine der weltweit erfolgreichsten Dating Apps der vergangenen Jahren mit derzeit 50 Millionen Nutzern. Nicht nur für den Nutzer ist diese Plattform sehr attraktiv, um neue Leute kennen zulernen, auch Unternehmen und Werbetreibende sehen großes Potential in der Applikation. Aber was sind die Möglichkeiten für Unternehmen, Tinder als Social Media Plattform zu nutzen? Wie kann eine bestimmte Zielgruppe überhaupt erreicht werden? Und ist das überhaupt erlaubt?

Das Tinder Prinzip:

Der erste Blick entscheidet, keine endlos langen Persönlichkeitsanalysen oder Selbstbeschreibungen. Die Verknüpfung zum Facebook Profil bringt die wichtigsten Daten mit sich: Bilder, Alter und Interessen. Hinzugefügt werden Standort, der Umkreis, in dem gesucht wird, das Geschlecht, nach dem gesucht wird, und die Altersklasse.

Mag man das vorgeschlagene Profil nicht, schiebt man den User nach links und das Profil verschwindet. Wenn man das vorgeschlagene Profil interessant findet, wird es nach rechts geschoben. Sollten beide Nutzer den jeweils anderen nach rechts geschoben haben, werden sie von Tinder informiert: It‘s a match! Nun wird die Chatfunktion freigeschaltet und man kann sich näher kennenlernen.

Tinder
Screenshot: cestclairette.com

 

Tinder als Marketing Tool für Unternehmen?

Der durchschnittliche Tinder-Nutzer verbringt mehr als 1,5 Stunde auf der Plattform. Durchaus viel Zeit, in der der Nutzer ungeteilt seine Aufmerksamkeit der Bewertung der einzelnen Profile widmet. Jedes Profil wird individuell und einzeln betrachtet, bewertet und dann aktiv darüber entschieden. Täglich werden so weltweit 1,6 Milliarden Profile beurteilt. Ein durchaus interessanter Gedanke, Tinder für Marketingaktionen zu nutzen, den bereits Firmen wie Sixt oder Amnesty International Australia hatten und die Plattform für Werbezwecke genutzt haben.  Ob getarnt als Sixt Mitarbeiterin „Abschleppdienst“ oder als Aufklärungskampagne für Zwangsheirat mit dem Slogan „Not all women have the choices you do!“.

Foto: Amnesty International Australia

Foto: Amnesty International Australia

 

Unternehmen erstellen ein individuelles Profil für ein Produkt/Service und können damit potentielle Neukunden erreichen:

1. Sie werden gesehen, beurteilt und „weggeschoben“. Es ist keine weitere Kontaktaufnahme zum Nutzer möglich.

2. Sie werden gesehen, beurteilt und „geliked“. Im Anschluss kann das Unternehmen direkten Kontakt zu den potentiellen Neukunden aufnehmen. Im Chat können dann gezielt und personalisiert Links verschickt werden.

Die Vorteile

1. Die Nutzer geben viele persönliche Details bekannt.

2. Es wird viel Zeit auf der Plattform verbracht.

3. Besonders für regionale Unternehmen, die in einem beschränkten Umkreis tätig sind, können hier gezielte Kampagnen umsetzen, z.B. Restaurants oder Bars.

Das Tinderprinzip in anderen Branchen

Der Erfolgsfaktor von Tinder ist mit Sicherheit das einfache „Wischprinzip“, bei dem eine direkte Bewertung der Person oder abgewandelt der Dienstleistung, dem Produkt oder Unternehmen  vorgenommen wird. Abgewandelt könnte das Tinder-Prinzip in verschiedenen Branchen eingesetzt werden. Eins der erfolgreichsten Beispiele ist  die TheEdit-App, bei der Outfits und einzelne Produkte aus dem Bereich Fashion „geliked“ werden können. Im Anschluss kann die hierdurch erstellte Wunschliste sofort online bestellt werden.

Screenshot: www.theeditapp.com

Screenshot: www.theeditapp.com

Weitere Abwandlungsmöglichkeiten wären auf Projektbasis denkbar. Beispielsweise stellen Unternehmen ein Projekt ein, um eine Agentur zu finden. Die Agentur kann sich durch ihre Referenzen präsentieren und wird gegebenenfalls von dem Unternehmen als „geliked“ markiert. Wenn beide Seiten interessiert sind, entsteht ein Match und man kann Kontakt aufnehmen.

Fazit

Werbung ist auf Tinder derzeit nicht erlaubt und illegal, deshalb werden Werbeprofile nach wenigen Stunden gesperrt. Ein guter Marketing-Gag (wie beispielsweise Sixt) gelang in Deutschland bisher keinem weiteren Unternehmen, auch weil so eine Aktion einmalig ist und alles andere nur eine schlechte Kopie sein wird! Derzeit ist Tinder keine Plattform, um aktiv Social Media Marketing zu betreiben. Aber weitere Finanzierungsmöglichkeiten sind für Tinder durchaus lukrativ und werden in Zukunft mit großer Sicherheit umgesetzt. Eine Zusammenarbeit mit Facebook und Twitter ist in Planung, berichtet die  News-Seite re/code Anfang März. Dadurch würden sich für Unternehmen neue Möglichkeiten bieten. In welcher Form Tinder Werbung dann zulässt bleibt abzuwarten.

Das Tinder-Prinzip in abgewandelter Form, eine einfache und schnelle Bewertung eines Produkts, Projekts oder Unternehmens ist in Zukunft gut vorstellbar. Hierdurch würden Unternehmen eine ganz neue Möglichkeit bekommen, schnell und unkompliziert mit neuen Dienstleistern, aber auch Kunden, in Kontakt zu treten.

Quellen

http://praxistipps.chip.de/tinder-badoo-oder-lovoo-vergleich-der-dating-apps_35553

https://www.sixtblog.de/promotion/sixt-flirtet-mit-kunden-auf-tinder/

http://t3n.de/news/guerilla-marketing-sixt-tinder-585276/

http://recode.net/2015/02/27/tinder-is-building-out-its-ad-product/


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