Facebook stoppt Fangate – App-Arena hat es trotzdem

Was für eine Nachricht: Haltet die Programmierung an, Facebook killt das Fangate! Das klingt zuerst bitter und dürfte die ein oder andere Social Media-Strategie zerstören. Auf den zweiten Blick wird allerdings klar, dass sich diese Entwicklung bei Facebook schon länger angedeutet hat. So wurde von führenden Experten immer wieder darauf verwiesen, dass das Fangate die Nutzererfahrung negativ beeinflusst. Facebook-Apps, die ihre Teilnehmer nur mit iPhones oder iPads als Gewinnen locken und gleichzeitig keinen nachhaltigen Mehrwert bieten, seien für Marken und Unternehmen sowieso nutzlos. Doch worum geht es genau? Inwiefern werden bestehende Apps – auch von App-Arena – negativ beeinflusst?

Technische Änderungen – Lösung bereits im Einsatz

Diese Worte versetzten heute die Social Media-Manager unter Spannung:

„The liked field will no longer be returned in the page property of the signed request object for Page Tab apps created from today onwards. For apps created before today, from November 5, 2014 (90 days from today), the liked property will always return true regardless of whether or not the person has liked the page.“

Facebook Update: Graph API v2.1 and updated iOS and Android SDKs

Das klassische Fangate ermittelt einen Fanstatus und zeigt für Nicht-Fans eine Grafik (Gate) an und nicht den eigentlichen Inhalt. Nur wenn Facebook sagt: „Der Nutzer ist schon Fan“, wird der Inhalt der App angezeigt. Mit der jetzigen Änderung übermittelt Facebook einen „falschen Status“ und übermittelt immer: „ Der Nutzer ist schon ein Fan“. Diese Änderung gilt ab dem 05. November für alle bestehenden Apps. Für alle neuen Apps, die ab sofort eingereicht werden, gilt der Status schon jetzt. Wichtig ist zu verstehen, dass damit Facebook-Apps gemeint sind. Apps von App-Arena.com haben eine bestehende Facebook-App und sind dadurch nicht von der Änderung bis zum 05. November betroffen. Alle Kunden können also entspannt die Aktionen bis zu diesem Zeitraum durchführen, also auch bei neu gekauften Apps in App-Arena.com. Wir werden in den nächsten Wochen einen Aktionsplan erstellen und alle Apps überprüfen, aber für über 80 % unserer Apps können wir schon jetzt sagen, dass wir ohne Probleme auch in Zukunft ein Fangate anbieten können.

Das Facebook-Fangate ist tot! Es lebe das „optionale Fangate“

Unsere Lösung, die wir bereits seit längerem erfolgreich im Einsatz haben: Das optionale Fangate als Startscreen! Der Nutzer gelangt auf die App und unabhängig vom aktuellen Fanstatus wird ihm ein Startbildschirm angezeigt und er wird dazu aufgefordert, z.B. Facebook-Fan zu werden. Klickt der Nutzer auf einen Button, wird er automatisch weitergeleitet. Durch die Gestaltung des Startbildschirms mit Fangewinnung kann der optische Eindruck eines Fangates erzeugt werden – aber es ist immer optional. Wir haben diese Technologie bereit 2013 eingeführt, weil in der mobilen Version nie der Fanstatus ausgelesen werden konnte und kann.

Plattform Policy – Ist das legal?

Die Technik ist also nicht wirklich das Problem, aber verstoße ich dann nicht gegen die Facebook Richtlinien? Nein, wenn man genau liest!

„You must not incentivize people to use social plugins or to like a Page. This includes offering rewards, or gating apps or app content based on whether or not a person has liked a Page. It remains acceptable to incentivize people to login to your app, checkin at a place or enter a promotion on your app’s Page.“

„Du darfst keinen Anreiz setzen, damit Nutzer ein Social Plugin benutzen oder deine Seite liken. Das beinhaltet das Angebot von Vorteilen für Fans oder das Zurückhalten von Apps oder App-Inhalten auf Basis des Fanstatus. Es ist weiterhin erlaubt, Nutzer dafür zu belohnen, dass Sie sich in die App einloggen, an einem Ort einchecken oder an einer Aktion (Promotion) auf deiner App teilnehmen.“

Der „Gefällt mir“-Button ist ein Social Plugin mit dem Ziel, die Seite zu liken. Das verstößt nicht gegen die Richtlinien, solange damit nicht ein Vorteil verknüpft ist (z.B. Fan werden und so die Gewinnchance steigern).

Der richtige Weg am Beispiel der Adventskalender-App

Hier ein Beispiel für ein „optionales Fangate“. Wie bei allen Apps hat auch beim Adventskalender jedes Unternehmen die Möglichkeit, die Gestaltung individuell anzupassen. Dieses Beispiel lässt gut erkennen, wie die Kombination aus Text und Grafik den Fokus auf die Social Media-Buttons lenkt. Der Nutzer kann auch einfach auf „Weiter“ klicken. Dieses Muster ist sehr „aggressiv“ und wer möchte kann mit Text und Grafik die wahren Funktionen etwas transparenter darstellen, wie es die meisten unserer Kunden auch machen. Optinales Fangate des AdventskalenderDieses Beispiel illustriert zudem, dass nicht nur Facebook-Fans, sondern auch Follower für Twitter und Kreislinge für den Google Plus-Account gewonnen werden können. Damit eröffnen sich auch neue Strategien, die Community von einem Netzwerk zu einem weiteren Netzwerk zu übertragen. Aber das wäre ein anderes Thema. Jetzt bin ich auf Ihr Feedback zu unserer Lösung gespannt!