Visual Content für Unternehmen: Tipps für einen erfolgreichen Einsatz von Pinterest

Spätestens seit Beginn des Jahres 2014 ist ein Trend in aller Munde: Visual Content. Dies ist nicht nur der geringen Aufmerksamkeitsspanne der User geschuldet, welche einer unermesslichen Daten- und Informationsflut gegenüberstehen, sondern auch dem Fakt, dass Bilder sehr viel schneller erfasst und verarbeitet werden können. Diesen Trend hat Pinterest bereits 2010 zur eigenen Marktstrategie ernannt. Das Netzwerk besteht einzig aus Bildern, GIFs und Videos (so genannten Pins), die sowohl Kategorien und Themen zugeordnet als auch in Pinnwänden (so genannten Boards) wiederzufinden sind. Angemeldete Nutzer können Bilder via Upload oder als Links von so gut wie jeder erdenklichen Website auf ihrem Profil pinnen, bestehende Pins mit einem „Gefällt mir“ versehen oder kommentieren sowie zu eigenen Boards hinzufügen. Eine Besonderheit dieser Pins ist der automatisch generierte Link, der direkt zur Quelle des Bildes führt. So können Klicks auf Pins allerhand Leads zu Webseiten erwirken. Aus diesem Grund springen viele Unternehmen auf den Zug auf und versuchen, nicht nur mit Pinnern zu kommunizieren, sondern ihre eigenen Produkte zu präsentieren oder das Unternehmen auf eine persönliche Art und Weise vorzustellen. Sogar Gewinnspiele können – sofern kreativ umgesetzt – auf Pinterest durchgeführt werden und zu neuen Besuchern der Website führen.

Weibliche Dominanz der Pinner und Pins

Eine Besonderheit des Netzwerks, welche es von allen anderen Konkurrenten unterscheidet, ist die extreme Überzahl weiblicher User. So verfügt Pinterest weltweit über 70 Millionen und in Deutschland über etwa 1,5 Millionen Nutzer, von denen ganze 80% weiblich sind. Diese 80% tragen zudem dazu bei, 92% der Inhalte zu generieren. Nach einer aktuellen Studie von RJ Metrics  bleiben sie vornehmlich dem Netzwerk treu und pinnen mit ansteigender Dauer der Mitgliedschaft immer mehr Content. So pinnt die durchschnittliche „Pinnerin“ im ersten Jahr rund 42 Bilder. Im vierten Jahr sind es bereits 152. Für Männer ist das Netzwerk weniger relevant Dies ist mit Sicherheit auch den beliebtesten Themen geschuldet, die um Rezepte, Food Photography, Do-It-Yourself-Anleitungen und Dekorationstipps kreisen. Die stark weibliche Ausprägung der Zielgruppe, welche über exakt zu erfassende Interessen verfügt, lässt sich ideal für die kürzlich gestarteten Promoted Pins, also von Unternehmen bezahlte Inhalte, nutzen. rj metrics 1

Vor allem Frauen nutzen das Netzwerk ausgiebig: Besonders in den Bereichen Food & Drink, DIY & Craft und Home Decor. Quelle: RJ Metrics 

Pinterest – Tipps für den Einstieg

Hat man sich dazu entschieden, einen Pinterest-Account zu erstellen, gibt es sowohl für Privatpersonen als auch für Unternehmen einiges zu beachten. Hier ein paar nützliche Tipps für den Einstieg:

Einrichtung der Boards: 5-5-2-Regel

Nach der Anmeldung bei Pinterest kann man sofort mit dem Pinnen loslegen. Um Pins nach relevanten Themen zu sortieren, erstellt man mindestens drei Boards. In Expertenkreisen lautet die Regel zum Erfolg: 5-5-2, d.h. man sollte fünf zielgruppenorientierte Boards erstellen, fünf Boards mit neuen bzw. schwer auffindbaren Inhalten und zwei Boards, die sich um das eigene Unternehmen drehen. Diese Boards sollten mit einer vielsagenden Beschreibung versehen, einer Kategorie zugeordnet und mit einem reizvollen Coverbild ansprechend auf dem Profil präsentiert werden. Wichtig ist auch, dass die Boards regelmäßig mit neuem Content gefüttert werden. Hier gilt: der erste Eindruck zählt. Pinterest 2 Die Pins sollten nach verschiedenen Themengebieten sortiert werden. Hier bietet sich die 5-5-2-Regel an.

Welche Inhalte sind „pinworthy“?

Die goldene Pinterest-Regel: Alles, was gefällt, kann gepinnt werden. Das gilt insbesondere für hochwertige Bilder. Ebenso wie auf anderen Social Networks verhält es sich hier so, dass das Pinnen von ausschließlich eigenen Inhalten schnell langweilig wird. Nur der regelmäßige Wechsel zwischen eigenem Content und Inhalten von anderen Quellen sind auf Dauer interessant. Wer für einige Zeit fleißig pinnt und sich durch die verschiedenen Kategorien klickt, entwickelt schon bald ein Gefühl dafür, welche Inhalte gut funktionieren. Um von anderen Nutzern innerhalb und außerhalb von Pinterest gefunden zu werden, empfiehlt es sich unbedingt, jeden Pin mit einigen Schlagworten oder einem kleinen Beschreibungstext zu versehen. Hier sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt – ob man den Pin sachlich beschreibt, eine Frage formuliert oder „I want this“ unter ein Produkt postet, bleibt jedem selbst überlassen.

Austausch mit der Community

Doch ein wunderschönes Pinterest-Profil mit hochwertigem Content nützt nichts, wenn die Follower ausbleiben. Dazu ist ein Austausch mit anderen Pinnern essentiell. Zum einen kann man anderen folgen – häufig folgen diese auch zurück – oder Pins anderer Nutzer kommentieren. Eine weitere Möglichkeit ist das direkte Adressieren anderer Nutzer. Dazu verlinkt man mit einem vorangesetzten @ den Pinner in einem Beschreibungstext eines Pins.

Schnittstellen generieren

Neben der Kommunikation auf der Plattform lohnt sich die Installation eines Follow-Buttons bzw. eines Board-Widgets auf der eigenen Website. Diese ermöglichen es anderen Nutzern, direkt auf den Pinterest-Account zuzugreifen und sich eine Vorschau der Inhalte anzusehen. Des Weiteren ermöglicht das Einbinden eines Pin-It-Buttons auf der eigenen Website ein erleichtertes Pinnen aller Bilder mit nur einem Klick. Wir hoffen, mit diesen Tipps den Einstieg in Pinterest erleichtert zu haben und wünschen Euch ein fröhliches Pinnen!   Gastbeitrag von Albina Gräfe von den Klickkomplizen



Dr. Hubertus Porschen ist CEO der App-Arena GmbH. Er ist zudem Bundesvorsitzender des Verbandes "Die jungen Unternehmer" und Keynote Speaker für Digitalisierung & Innovation.