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Vorsatz für 2014 – „Wir müssen Social Media machen!“

Jeder kennt es – mit dem Rauchen aufhören, mehr Sport machen, abnehmen oder eine neue Sprache lernen. Immer zu Neujahr werden neue Vorsätze vorgenommen, die meistens schon im März (wenn nicht bereits nach drei Wochen) verworfen werden. Vorsätze haben auch deutsche Unternehmen für das Jahr 2014, darunter der Klassiker – „Wir müssen Social Media machen!“ Im Grunde eine gute Idee und für so einige schon lange hinfällig. Aber Vorsicht – Social Media heißt nicht, einfach Profile auf sämtlichen Kanälen erstellen und wieder vergessen. Da gehört natürlich mehr dazu.

Social Media in Unternehmen 2013

Eine von BITCOM veröffentlichte Studie Ende Oktober 2013 zeigt, dass bereits die Hälfte der Unternehmen in Deutschland (47%) Social Media als Marketing Instrument nutzen. 15% der deutschen Unternehmen haben dies im neuen Jahr vor. Getrieben werden die meisten von den Unternehmen (75%) dazu Social Media zu betreiben, um die externe Unternehmenskommunikation Marketing, Öffentlichkeitsarbeit, Werbung – zu verbessern. Die wichtigsten Ziele dabei sind: Steigerung der Bekanntheit der Marke (82%), Akquise neuer Kunden  (72%) und Aufbau von Beziehungen zu Kunden (68%).

Umsetzung von Social Media 2013

Soweit – so gut. Die meisten Unternehmen wissen anscheinend Bescheid, wofür sie Social Media Kanäle nutzen können. Leider wissen aber die meisten von ihnen nicht WIE. 41% der Unternehmen übergeben diese Aufgabe an ein spezielles Team von Mitarbeitern, die sich um die Aktivitäten und die Online-Präsenz kümmern.

Quelle: http://www.bitkom.org/files/documents/Social_Media_in_deutschen_Unternehmen.pdf
Quelle: http://www.bitkom.org/files/documents/Social_Media_in_deutschen_Unternehmen.pdf

Erschreckend ist nur, dass ebenso viele nicht wissen bzw. nicht angeben können, wie die Organisation von Social-Media-Aktivitäten in ihrem Unternehmen geregelt ist. Dabei ist der Auftritt auf diesen Kanälen – ein Aushängeschild für jedes Unternehmen. Bemerkenswert ist jedoch ihre Einschätzung, wie wichtig Social Media für Unternehmen in Zukunft sein wird, denn 62% von ihnen glauben, dass diese auf jeden Fall zunehmen wird. Nur 5% sind da komplett anderer Meinung – und warten wohl auf das böse Erwachen im Jahr 2014.

Quelle: http://bilder.bild.de/fotos/omgcat-jpg_33900025_mbqf-1375888986-31738974/Bild/5.bild.jpg
Quelle: http://bilder.bild.de/fotos/omgcat-jpg_33900025_mbqf-1375888986-31738974/Bild/5.bild.jpg

Profil auf Facebook und Co. – Was nun?

Viele entscheiden sich schließlich für die Nutzung von Social Media als Marketinginstrument. Bevor aber ein Unternehmen zahlreiche Profile erstellt, die sich nach kürzester Zeit zu Zombie-Profilen entwickeln, weil diese nicht mehr gepflegt und im großen WWW vergessen werden, sollte dieses ein paar wichtige Fragen beantworten können:

  • Welche Ziele verfolge ich mit dem jeweiligen Profil?
  • Welche Zielgruppe will ich erreichen?
  • Stehen mir Ressourcen für die Pflege von den jeweiligen Profilen zur Verfügung, zum Beispiel ein spezialisiertes Social Media Team?
  • usw.

 

Beispiel für ein Zombie-Profil
Beispiel für ein Zombie-Profil

Sobald sich ein Unternehmen entschieden hat ein bestimmtes Profil anzulegen, dann soll dieses auch gepflegt werden, denn ‚tote‘ Profile (wie oben) wirken sich sehr schlecht auf das Online Marketing aus.

Social Media Tipps gegen den Super Gau

Zieldefinition und Strategie

Für ein erfolgreiches Social-Media-Marketing müssen vorerst die Ziele definiert und eine Social-Media-Strategie erstellt werden, mit der diese verfolgt werden können. Dabei ist es wichtig zu wissen, auf welchem Kanal die Nutzer sich befinden, die ein Unternehmen erreichen möchte. Nicht jedes Unternehmen braucht einen YouTube Account, wenn dort nicht regelmäßig ein neues Video veröffentlicht wird.

Zielgruppendefinition

Jedes Unternehmen will eine bestimmte Zielgruppe erreichen. Dabei ist es wichtig zu wissen auf welchem Kanal diese interagieren. Ist es Facebook, Twitter, Google+, Instagram oder YouTube?

Themenschwerpunkt

Es ist wichtig vorab zu klären, welches Thema auf dem entsprechenden Kanal kommuniziert werden soll. Dabei sollte keine One-to-Many-Kommunikation stattfinden, sondern auf die Bedürfnisse der Zielgruppe eingegangen werden. Andreas Weck fasst in einem Artikel die fünf wichtigen Schritte für eine Social-Media-Strategie zusammen.

Zuständigkeit und Pflege

Viele Unternehmen überlassen die Erstellung und die Pflege von Unternehmensprofilen den Praktikanten und Azubis. Verständlich, wenn diese Aufgabe nicht unbedingt der Leiter des Unternehmens übernehmen will bzw. keine Zeit dafür hat. Aber er sollte dafür sorgen, dass diejenigen, die schließlich sein Unternehmen auf den Social Media Kanälen repräsentieren, auch richtig geschult werden. Hierfür bieten zahlreiche Agenturen, wie die iConsultants       auch Tages-Workshops an.

Regelmäßigkeit und Aktualität

Sobald ein Profil erstellt ist, sollte man für regelmäßige Aktivität auf diesen Sorgen. Dabei sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass während intern darüber diskutiert wird, was gepostet werden soll, der Beitrag bereits veraltet ist.

Inhalte, Aktionen und Apps

Social Media Kanäle bieten den Unternehmen die unterschiedlichsten Möglichkeiten ihre Fans zu unterhalten. Dazu gehören nicht nur Text- und Bild-Beiträge. Nutzer möchten auch mal unterhalten werden, das können Unternehmen ganz einfach über Apps, wie Gewinnspiel, Fotowettbewerb oder Tippspiele zu bestimmten Fußball-Aktionen erreichen.

1.000 true fans – Theorie (Kevin Kelly)

Das Ziel eines Social Media Auftritts sollte NIE eine Million Fans sein. Welchen Nutzer im Süden Deutschlands interessiert denn die kleine Bank mit ihrem Facebook Profil aus Norddeutschland? Keinen – außer die verlosen ein Auto. Nein, das sollte auch nicht das Ziel eines Profils sein. Wichtig sind die wahren Fans, die auch Kunden oder potentielle Kunden sind. Das bestätigt auch die 1.000 true fans Tehorie von Kevin Kelly. Der Rest ist nur der ‚long tail‘, für den nur Kosten entstehen.

Werbung

Facebook zur Folge werden täglich durchschnittlich 1.500 Nachrichten für den Nutzer gefiltert, aber nur 20% kommen tatsächlich auf den News Feed des Nutzers. Werbung ist ein wichtiger Bestandteil, um auf Social Media Kanälen die Nutzer erreichen zu können. Facebook bietet den Unternehmen diverse Möglichkeiten ihre Werbeanzeigen an die richtigen Nutzer zu richten. (Mehr Infos: https://de-de.facebook.com/business/products/ads)

Ausblick 2014

  • Social Media? – Unbedingt. Es steigert die Bekanntheit der Marke, weckt Vertrauen der (potentiellen) Kunden und fördert dadurch den direkten Kontakt zu den Kunden
  • Social Media IST NICHT NUR Facebook. Eine Definition der Ziele und der Zielgruppe ist der wichtigste Schritt, bevor ein oder mehrere Kanäle gewählt werden, auf denen kommuniziert werden soll
  • Die Social Media Präsenz der deutschen Unternehmen wird 2014 steigen. Der Erfolg ist jedoch von der richtigen Strategie und der Vorbereitung vor der Veröffentlichung abhängig
  • Auf ‚Shitstorm‘ sollte jedes Unternehmen vorbereitet sein, dieses aber nicht hervorrufen. Es ist wichtig, dass auch auf kritische Beiträge von Nutzern reagiert wird
  • Informationen zum Unternehmen und den Produkten sind wichtig, aber der Nutzer will auch unterhalten werden. Apps, zum Beispiel von App-Arena.com, unterstützen die Interaktionen auf Unternehmensprofilen und sorgen für eine hohe Viralität