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Eignet sich Facebook als Plattform zur Personalrekrutierung?

Nahezu jedes Unternehmen betreibt heutzutage eine Fanpage bei Facebook, mal mit mehr Engagement und Erfolg, mal mit weniger. Unternehmen verfolgen mit ihrer Fanpage auf Facebook die unterschiedlichsten Ziele. Viele nutzen Facebook um ihre allgemeine Bekanntheit zu steigern, ihr Image zu pflegen, oder die Kundenbindung zu stärken. Doch ein anderes Ziel ist zurzeit stark im Kommen: Personalrekrutierung. Bei Facebook existieren immer mehr sogenannte Karriere-Fanpages. Eine Karriere-Fanpage ist eine Facebook-Page, bei der ein Unternehmen über sich als potenzieller Arbeitgeber informiert, Einblicke in das Arbeitsleben gibt und über aktuelle Jobs informiert. Mit einer Karriere-Fanpage hat ein Unternehmen die Möglichkeit, sich als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren und über den persönlichen Dialog mit den Fans potenzielle Bewerberkandidaten zu gewinnen. Zurzeit beläuft sich die Zahl dieser auf über 350 Karrierefanpages mit über 1.400.000 Fans in Deutschland. Doch eignet sich Facebook wirklich zur Personalrekrutierung?

Personalrekrutierung heute

Früher war es üblich, sich über aktuelle Stellenausschreibungen in der Tageszeitung zu informieren oder sich von der Arbeitsagentur beraten zu lassen. Heute ist es dagegen normal, sich über potenzielle Arbeitgeber oder Kollegen in sozialen Netzwerken wie Xing oder LinkedIn zu informieren. Allerdings beschränken sich die Social Recruiting Maßnahmen ausschließlich auf diese Netzwerke, doch auch andere Netzwerke wie beispielsweise Facebook, sind im Kommen, sodass Unternehmen diese Möglichkeit auf jeden Fall auch in Betracht ziehen sollten.

Vorteile

Facebook ist das erfolgreichste soziale Netzwerk weltweit, über 1 Milliarde Nutzer sind weltweit registriert, in Deutschland sind es derzeit ca. 25 Millionen Nutzer. Facebook bietet Unternehmen also eine riesige Plattform mit großer Reichweite, insbesondere in der jungen Zielgruppe zwischen 18-34 Jahren. Denn: Facebook ist jung, mehr als die Hälfte der Facebook-Nutzer ist zwischen 18-34 Jahren alt. Das Anlegen einer Karrierefanpage bei Facebook ist für jeden Nutzer kostenlos und außerdem nicht mit viel Aufwand verbunden. Durch die Einbindung unterschiedlichster Medien oder Apps und Verknüpfungen mit anderen Kanälen bietet eine Fanpage bei Facebook vielfältige Darstellungsmöglichkeiten des potenziellen Arbeitgebers und so auch eine Plattform zur gezielten Kommunikation mit potentiellen Kandidaten. Das Unternehmen hat die Möglichkeit zum direkten und persönlichen Kontakt mit potentiellen Kandidaten, sodass ein Dialog auf Augenhöhe stattfinden kann und sich das Unternehmen sich ein gutes Bild vom Persönlichkeitsprofil der Kandidaten machen kann. Bezüglich der Facebook-Fanpages bestehen umfangreiche Möglichkeiten zur Kommunikation eines authentischen Arbeitgeberimages. Durch die Einbindung von Fotos oder Videos von Events erhalten die potentiellen Bewerber einen Einblick in den Alltag des Unternehmens. Häufig teilen Angestellte und vor allem auch Auszubildende ihre positiven Erfahrungen auf der Fanpage. So erschafft sich der potentielle Arbeitgeber ein rundum stimmiges und positives Image. Es bestehen diverse Verknüpfungsmöglichkeiten mit anderen Social-Media-Kanälen wie beispielsweise YouTube oder Twitter.

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Das regelmäßige Posten von internen Fotos unterstützt das positive Image.

Außerdem besteht die Möglichkeit zur Einbindung von Apps auf der Facebook-Fanpage. Mit einem kreativen Fotowettbewerb oder einem spannenden Quiz bietet sich dem Unternehmen die Möglichkeit, auf sich aufmerksam zu machen, unter der Konkurrenz herauszustechen und somit neue Fans zu gewinnen und ihre bereits gewonnen Fans zu belohnen.

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Mit einem Fotowettbewerb lässt sich die Interaktion auf der Fanpage enorm steigern!

 

Nachteile

Durch häufige Updates von Facebook gibt es ständig neue Richtlinien und Funktionsänderungen. Eine Karriere-Fanpage ist natürlich auch nicht von alleine erfolgreich – sie muss konstant und intensiv gepflegt werden und mit aktuellen und für die Zielgruppe relevanten Inhalten gefüllt werden, insbesondere da Facebooks Filterfunktion „EdgeRank“ die Reichweite einschränkt. Besonders zu Beginn erfordert eine Fanpage starkes Engagement und auch (externe) Marketing-Maßnahmen zum Community Buildung. Ein Nachteil gegenüber LinkedIn oder Xing ist auf jeden Fall, dass sehr viele Nutzer auf Facebook ihr Profil privat und nicht beruflich nutzen und somit nur private Informationen über sich Preis geben.

Fazit

Wesentliche Schwachpunkte bei einem Großteil der Karriere-Fanpages sind die schlechte Auffindbarkeit, das mangelnde Informationsangebot – insbesondere für die angesprochenen Zielgruppen -, die Aufbereitung der Tabs sowie das Nicht-nutzen wesentlicher Aspekte der Social Media – hier vor allem der viralen Jobvermarktung. Zwar zeigen viele Seiten sehr gute Ansätze, aber die Interaktion auf einer Pinnwand sollte schon über das ledigliche Posten von Jobs oder Unternehmensmeldungen hinausgehen und einen Mehrwert bieten. Nur wenn dieser Mehrwert geboten wird, kann man sich treuer Fans sicher sein und alsbald neue begrüßen. Eine Karrierefanpage auf Facebook macht also nur für Unternehmen Sinn, die sich intensiv mit der Pflege und dem Community Building der Fanpage beschäftigen wollen. Eine Fanpage, die zu Beginn intensiv betrieben wurde, jetzt aber inaktiv auf Facebook umhergeistert, schadet dem Unternehmen eher, als dass sie ihm einen Nutzen bringt.

So sollte eine Facebook-Fanpage nicht aussehen!
So sollte eine Facebook-Fanpage nicht aussehen!

Tipps für eine erfolgreiche Fanpage auf Facebook sind unter http://www.iconsultants.eu/2014/01/vorsatz-fuer-2014-wir-muessen-social-media-machen/ zu finden. Eine innovative und gute Fanpage ist von Nöten, um unter der stetig wachsenden Konkurrenz auf Facebook, hervorzustechen.

(Quellen : Personalmarketing 2.0 http://personalmarketing2null.de/2010/04/05/facebook-karriere-fanpages-auf-dem-pruefstand-die-ergebnisse / Fanpagekarma http://www.fanpagekarma.com/Facebook-Ranking/Karriere-Fanpages)


Hubertus Porschen

Dr. Hubertus Porschen ist CEO der App-Arena GmbH. Er ist zudem Bundesvorsitzender des Verbandes "Die jungen Unternehmer" und Keynote Speaker für Digitalisierung & Innovation.