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Neue Version der Facebook Angebote (“Offers”) im Anmarsch

Seit September 2012 bietet Facebook Werbetreibenden das couponartige Werbeformat auch in Deutschland an (wir berichteten). Nun testet man jenseits des Atlantiks eine neue Version des Formates, das Facebook hierzulande „Angebote“ nennt. Wir klären, welche Änderungen sich demnächst ergeben. Das Schöne vorab: aller Voraussicht nach wird es vor allem unkomplizierter und direkter – für alle Seiten. Angebote: alt und neu im Vergleich

Neu Buttons braucht das Land

Aus 1 mach 2 – die „in Anspruch nehmen“-Funktion soll weichen und wird durch zwei größere Buttons ersetzt: im deutschen mit den sinngemäßen Titeln „Jetzt kaufen“ und „Mich erinnern“. Der „Jetzt kaufen“-Button lenkt einen Nutzer direkt auf eine spezielle Internetseite, auf der sich ein Angebot befindet und zielt darauf ab, die über die „Angebote“ generierten Umsätze unmittelbar zu erhöhen. Über Button Nummer 2 „Mich erinnern“ lässt sich eine Benachrichtigung einstellen, wenn man das Angebot nicht umgehend nutzen will oder kann. Droht ein Angebot abzulaufen, werden Interessierte daran erinnert, das Angebot noch rechtzeitig wahrzunehmen. Ob und wann Kunden an den baldigen Ablauf erinnert werden sollen, kann bei der Anzeigenerstellung festgelegt werden. Erinnerungs-Spam unterbindet Facebook dadurch, dass eine Erinnerung exakt ein Mal je Angebot ausgelöst werden kann. Neu: die Abfrage, ob das Angebot geteilt werden soll

Teilen wird optional

In der neuen Version erhalten Nutzer auch eine genaue Kontrolle darüber, ob und wann man seinen Freunden mitteilen möchte, dass man ein Angebot wahrgenommen hat. Bis dato ist es so, dass ein in Anspruch genommener Gutschein automatisch im Nachrichtenstrom verbreitet wird. Die Änderung wird somit sicherlich zu einer im direkten Vergleich rückläufigen Viralität führen. Man sollte aber nicht übersehen, dass dadurch das Format für bestimmte Waren und Dienstleistungen sehr viel attraktiver oder gar überhaupt erst interessant wird. Um das mit einem bildlichen Extrembeispiel zu verdeutlichen: Nicht jeder wird es toll finden, wenn der versammelte Freundeskreis bei Facebook zu sehen bekommt, dass man gerade einen 25 prozentigen Preisnachlass für das Fettabsaugen in einer Klinik in Anspruch genommen hat. Dies lässt sich freilich auch jetzt schon über das Aktivitätenprotokoll beschränken. Nur muss man das a) wissen und b) geschieht dies in jedem Fall mit einer zeitlichen Verzögerung. Auch wenn diese Verzögerung für wissende Schnellklicker gering ausfallen mag – vollständig ausschließen lässt es sich bisher nicht, dass die Meldung nicht doch schon jemand gesehen hat. Die überarbeiteten Angebote eliminieren dieses Problem vollständig.

Einfach besser?

Zudem führen die Angebote aller Wahrscheinlichkeit nach zu einem erhöhtem und direktem Umsatz. Wo zuvor nach einigen Klicks erst ein Gutscheincode per E-Mail versandt werden musste, lenken die neuen Angebote potentielle Kunden direkt und unmittelbar auf die eigene Webseite. Das ist unkomplizierter als bisher und fördert nicht zuletzt Impulskäufe. Grundsätzlich dürften von dem vereinfachten Handling alle profitieren. Für Kunden entfällt ein für viele mit Sicherheit als etwas umständlich empfundenes Prozedere. (Gutschein anfordern, Mails abrufen, Code kopieren, Shop besuchen, Code eingeben). Für Shopeigner ist es wiederum nicht mehr nötig, überhaupt Codes zu generieren oder im Shopsystem womöglich überhaupt erst einmal dafür sorgen zu müssen, dass Codes eingegeben werden können. Klingt in der Summe nach einer Win-win-Situation. Was denkt ihr?


Hubertus Porschen

Dr. Hubertus Porschen ist CEO der App-Arena GmbH. Er ist zudem Bundesvorsitzender des Verbandes "Die jungen Unternehmer" und Keynote Speaker für Digitalisierung & Innovation.