Feedbackfunktion für Werbung fehlt häufig auf Smartphones und Tablets

Für gewöhnlich lässt sich für Sponsored Stories und andere Werbung auf Facebook auch negatives Feedback vergeben. Derartige Werbung, die einem nicht gefällt, kann man „verbergen“ oder, wenn man sie als über Gebühr nervig empfindet, auch als „Spam“ markieren. Das ist kein destruktiver, sondern ein sinnvoller Mechanismus. Denn Facebook lässt dieses Feedback in die Algorithmen einfließen, was für Werbung für welche Nutzer dargestellt wird. Auch negatives Feedback ist gutes Feedback, da es darum geht, Nutzern Werbung anzuzeigen, die für den einzelnen Nutzer wirklich relevant und interessant ist. Es mag sein, dass man ein bestimmtes Erfrischungsgetränk oder eine bestimmte Marke durchaus „mag“ – wenn man ihre Promoted Posts doof findet, weil man sich mit dem dortigen Stil nicht identifizieren kann, möchte man diese trotzdem nicht sehen, sondern eben eher eine andere. Und wenn einen ein beworbenes Produkt oder ein Dienstleistung überhaupt nicht interessiert, ist das auch für Werbetreibende nicht gerade wünschenswert.

Dank der Feedback-Funktion ist es grundsätzlich kein Problem, seinen eigenen Feed über entsprechendes Feedback zu verbessern. Es sei denn, man nutzt die nativen Facebook App für sein Smartphone. Auf insidefacebook.com hat Brittany Darwell diese Problematik thematisiert. Die Feedback-Funktion fehlt dort nicht nur, durch das Handling innerhalb der Apps ist es sogar wahrscheinlich, dass der Effekt umgekehrt wird. Denn wenn Smartphone oder Tablet-Nutzer Sponsored Stories als Spam markieren wollen, endet das oft damit, dass die Story stattdessen schlicht angeklickt wird. Für Facebook und seine Algorithmen wird das als positive Resonanz auf die Story gewertet – die Nutzerintention wird ins Gegenteil verkehrt.

Was wo nicht geht – Beispiele

  1. Ruft man Facebook über die Mobile Webseite auf (m.facebook.com) auf, kommt man nur über die Kommentare an die Funktion, die es erlaubt, Feedback abzugeben. Gibt es keine Kommentare, fehlt die Möglichkeit völlig.

    Auf der mobilen Webseite ist Feedback nur möglich, wenn Kommentare vorhanden sind (Bild: insidefacebook.com)
    Auf der mobilen Webseite ist Feedback nur möglich, wenn Kommentare vorhanden sind (Bild: insidefacebook.com)
  2. Bei der nativen App für iOS ist es zwar grundsätzlich leicht, Feedback zu abzugeben, weil der nötige Button am oberen Recht Rand omnipräsent ist. Dafür fehlt die hier die Möglichkeit Werbung einfach zu „verstecken“. Werbung lässt sich hier ausschließlichals Spam melden. Ärgerlich, dass hier nicht differenziert werden kann.

    Bei iPhone und iPad geht's nur undifferenziert: "verstecken" fehlt als Option
    Bei iPhone und iPad geht’s nur undifferenziert: „verstecken“ fehlt als Option (Bild: insidefacebook.com)
  3. Da die native Android-App anders etwas aufgebaut ist, lässt sich hier bei link- oder textbasierten Ads und Stories gar kein Feedback abgeben. Wo bei der iOS-Version der Button für das Melden von Werbung sitzt, findet sich bei Android stattdessen der „Like“-Button.  Lediglich Bilder lassen sich melden. Das ist etwas sehr dünn.

    Android platziert anstelle des Options-Buttons ein alternativloses "Like"
    Android platziert anstelle des Options-Buttons ein alternativloses „Like“ (Bild: insidefacebook.com)
  4. Egal ob native Smartphone App oder mobile Webseite: Bei Werbung für Seiten „die dir gefallen könnten“ oder auch für Werbung für die Installation von Apps lässt sich grundsätzlich kein Feedback abgeben.

    "Seiten die dir gefallen könnten" - und wenn nicht?
    „Seiten die dir gefallen könnten“ – und wenn nicht? (Bild: insidefacebook.com)
  5. Open Graph-Stories haben teilweise eingeschränkte Feedbackmöglichkeiten. Die, die vorhanden sind stehen in Punkto möglicher Option hinter Desktopusern zurück.

    Auch bei Open Graph-Stories lassen die Feedbackmöglichkeiten zu wünschen übrig (Bild: insidefacebook.com)
    Auch bei Open Graph-Stories lassen die Feedbackmöglichkeiten zu wünschen übrig (Bild: insidefacebook.com)

Facebook sollte hier dringend nachbessern. Es ist für keinen Beteiligten dienlich, wenn Feedback nicht oder nur eingeschränkt möglich ist und Facebooks dabei selbst einer seiner größten Stärke unnötig beschneidet. Auch aus Sicht von Werbetreibende bringen die Einschränkungen keinerlei Vorteile mit sich. Denn auch Seiteneignern ist es sicher lieber, wenn Werbung primär bei Leuten erscheint, die mit einem beworbenen Produkt oder einer beworbenen Seite auch etwas anfangen können. Es ist ja nicht so, dass die Werbung stattdessen gar nicht geschaltet würde. Sie wird nur bei jemand anderem geschaltet, der vielleicht eher etwas damit anfangen kann. Und das dürfte wohl das Ziel jedes Werbetreibenden sein. Egal ob Fanseiteneigener oder App-Anbieter. Abseits dessen wäre es auch im Sinne der Kohärenz wünschenswert, wenn Facebook auf allen Plattformen eine homogenere Oberfläche liefern könnte.

Quellen:


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Sebastian Buckpesch ist Gründer und technischer Geschäftsführer der App-Arena GmbH. Der Diplom Wirtschaftsinformatiker und zertifizierte AWS Solution Architect entwickelt mit seinem Team die IT-Plattform App-Manager sowie zahlreiche Web-basierte App-Projekte. Zu seinem Interessensgebieten zählt Cloud- und Serverless Architektur sowie neuste IoT- und BigData-Trends.