Qualität im Fokus, Klappe Zwei: Änderungen an der Notifications-API

App-Entwickler aufgehorcht, die für Applikationen verwendbaren Notifications (Benachrichtigungen) unterliegen ab dem 9. November zwei neuen Beschränkungen.

Wir erinnern uns: Bis zum 1. März 2010 konnte jede App nach eigenem Ermessen Benachrichtigungen generieren, um so die App-Nutzung zu forcieren. Viele Nutzer fühlten sich damals von der Vielzahl an Benachrichtigungen gestört. Für lange Zeit schob Facebook dem einen zwar effektiven, aber auch ungemein drastischen Riegel vor – die Notifications-API war für beinahe ein Jahr für Apps überhaupt nicht mehr verfügbar. Seit Februar 2011 ist die API wieder grundsätzlich für Apps zugänglich, app-generated notifications wurden jedoch zunächst weniger prominent nur in Sidebars angezeigt. Über die Zeit lockerte Facebook die Regeln wieder. Ähnlich wie bei Open Graph hat sich Facebook hier noch einige neue Regeln überlegt, um bei seinen Nutzern die Gefahr jeglichen Spam-Gefühls zu minimieren. So soll sich  auch die Qualität der Benachrichtigungen selbst weiter verbessern.

Zeitweilig ganz und lange "gut versteckt" - Benachrichtigungen von Apps
Zeitweilig ganz und lange gut "versteckt": Benachrichtigungen von Apps

Auf dem Facebook-Entwicklerblog sind die folgenden, neuen Punkte ausgeführt:

  1. Apps können nur noch Benachrichtigungen an Nutzer verschicken, wenn diese die App in den letzten 28 Tagen auch besucht haben. Hintergrund: Die Facebook vorliegenden Daten zeigen einen signifikant nachlassendes Interesses nach diesem Zeitraum. Benachrichtigungen würden ab dann von vielen als störend empfunden, die entsprechende App in der Folge sehr häufig von Nutzer als „Spam“ gemeldet.
  2. Benachrichtigungen sollten über die Woche betrachtet eine CTI (click to impression) von mindestens 17% aufweisen. Liegt der Wert darunter, behält sich Facebook das Recht vor, die Benachrichtigungsfunktion der entsprechenden App zu blockieren.
Die "Muster-Benachrichtigung" von War Commander
"War Commander" als Musterschüler: Eine Meldung mit einer CTI von 30%!

In dem Zusammenhang weißt man auch nochmals auf die Guidelines for Notifications hin. Neben den bereits genannten finden sich dort noch 4 weitere Punkte, die man beachten sollte:

  • Jede Benachrichtigung soll eine kleine Geschichte erzählen. Kurze, interessante und prägnante Sprache soll verwendet. Etwa „Michael hat deine Basis angegriffen. Nimm‘ Rache!“. Oder auch ein sachliches „Ihr Amazon-Paket ist angekommen“. Vermeiden sollte man Formulierungen wie „Danke, dass sie gestern gespielt haben. Hier Klicken für 5 Gratis-Gold!“. Grundsätzlich gilt es bei der Formulierung offensive und platte Konstruktionen wie „hier klicken“ zu vermeiden.
  • Nutzer sollten nicht mehr als 1-2 Nachrichten am Tag erhalten. Mehr als zwei Benachrichtigungen pro Tag würden dazu führen, dass die App vermehrt als „Spam“ gemeldet wird.
  • Ausschließliche Großschreibung vermeiden. Es gilt, sich an korrekte Orthographie zu halten. Wie es nicht aussehen sollte:

MAX MUSTERMANN HAT DIESEN LINK GETEILT: <LINKTEXT>

  • Zeichensetzung minimieren und nicht so verwenden, die sich dadurch die Benachrichtigung unnötig verlängert. Ein „worst practice“-Beispiel wäre:

{{{  Nadine sagt: ~~~ Dieses Restaurant ist super! }}}

  • Der Text sollte 10 Wörter nicht überschreiten. Die Kernaussage sollten bereits in den ersten 5 Wörtern vermittelt werden. So ist sichergestellt, dass der Text auch dann vollständig dargestellt wird, wenn der Freund einen sehr langen Namen hat. Das gilt im Besonderen in Hinsicht auf die teilweise verkürzte Darstellung auf Smartphones.
Auch auf die Insights weist Facebook in seinem Blog ebenfalls mit Nachdruck hin – dort lässt sich inzwischen auch das CTI-Verhältnis gut evaluieren.
CTI von Benachrichtigungen in den Insights
Die CTI (click to impression) lässt sich in den Insights einsehen

Das Ziel ist klar: Man soll sich überlegen, wofür Benachrichtigungen wirklich sinnvoll sind und welche Informationen den Nutzern einen persönlichen Mehrwert bieten. Als positives Beispiel nennt man etwa das Social-Game „War Commander“, das eine Benachrichtigung versendet, wenn man im Spiel angegriffen wird. Diese Benachrichtigungen von War Commander haben ein CTI von 30%. Aber auch die Benachrichtigungen der beliebten App „Trip Advisor“ erreichen eine CTI von 25%. Damit suggeriert Facebook natürlich auch, dass die 17% schon eher niedrig angesetzt sind und dementsprechend leicht erreichbar sind, wenn man die Benachrichtigungen für Schlüsselinhalte verwendet.

Wie sind eure Erfahrungen mit den Notifications? Ist eine CTR von mindestens 17% problemlos machbar?

Quellen


Apps Facebook Appikationen Facebook Entwicklung Notifications API

Dr. Hubertus Porschen ist CEO der App-Arena GmbH. Er ist zudem Bundesvorsitzender des Verbandes "Die jungen Unternehmer" und Keynote Speaker für Digitalisierung & Innovation.