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Facebook Offers endlich auch in Deutschland

Facebook Offers: Beispielangebot am Smartphone (Bild: thomashutter.com)
Facebook Offers: Beispielangebot am Smartphone (Bild: thomashutter.com)

Seit über einem Jahr testet Facebook sein eigenes Coupon-System. Die Werbeform hört auf den schlichten aber treffenden Namen „Offers“ und gibt Seitenbetreibern ein Werkzeug an die Hand, Gutscheine über Facebook zu vertreiben. Nun haben die Offers endlich den Sprung über den Teich geschafft und finden sich hierzulande als „Angebote“ im Werbeangebot. Erstellte Gutscheine erscheinen ebenso wie Sponsored Stories oder Promoted Posts direkt im Nachrichtenstrom der Nutzer und genießen dabei nicht nur hohe Aufmerksamkeit, sondern auch eine sehr hohe Akzeptanz. Ein Gutschein für ein Produkt eines  Unternehmens, für das ich mich interessiere? „Her damit!“

Dass es trotz guter Resonanz in den USA hierzulande lange ruhig um die Offers geblieben ist, hat Jan Firschling von futurebiz zufolge wahrscheinlich einen monetären Grund. Denn Facebook hatte versichert, den Service kostenlos zur Verfügung zu stellen. Man befürchtete wohl, die kostenlose Werbemöglichkeit könnte zu einem Rückgang bei den anderen Werbeformen führen und so Facebooks Werbeeinahmen insgesamt schmälern. Das „Problem“ wurde nun so gelöst, dass die Angebote selbst zwar kostenlos bleiben, nun jedoch zwingend von einer Werbekampagne flankiert werden müssen. Das nötige Mindest-Budget ist allerdings recht niedrig angesetzt und damit auch für Betreiber kleinerer Seiten interessant, sodass sie die formale Einstiegshürde überwinden können: Eine Seite benötigt mindestens 401 Fans, um via Facebook Offers für vergünstigte Produkte oder Dienstleistungen werben zu können.

Offer im Nachrichtenstrom (Bild: Futurebiz.de)
Ein Offer im Nachrichtenstrom. Praktisch: es ist auch sofort ersichtlich, wie viele Nutzer das Angebot wahrnehmen wollen. (Bild: Futurebiz.de)

Kleinere Seiten können Offers gratis testen


Setzt man Offers erstmalig zur Promotion ein, schenkt einem Facebook (derzeit) auch eine kleine, begleitende Ad-Kampagne. Gerade Seiten mit einer relativ geringen Fanzahl können somit einen ersten Testlauf tatsächlich kostenlos durchführen und so neue Fans an Land ziehen.

Offers lassen sich dabei vielseitig und hochgradig flexibel einsetzen. Nachdem man angegeben hat, ob der Gutschein für ein Geschäft, einen Online-Shop oder in beiden Welten gelten soll, lässt sich optional die Gutscheinanzahl begrenzen. Anschließend gilt es zwingend einen Angebotszeitraum zu definieren – bei dem Ablaufdatum hat man allerdings sehr freie Hand. Hier ist somit etwas Vorsicht geboten, um nicht unbedarft einen Gutschein zu veröffentlichen, der die nächsten 2 Jahre „50% Rabatt auf alles!“ (außer Tiernahrung) einräumt. Die eigene Reichweite des Angebots wird über das Werbebudget für die Ad-Kampagne bestimmt, dass man gemeinsam mit dem gewünschten Veröffentlichungsdaum als letztes festlegt. Dabei lässt sich selbstredend auch optionales Targeting festlegen. Was die Reichweite und Auswirkungen anbelangt, sollte man sich auch darüber im Klaren sein, dass  Facebook Offers geteilt werden können. Interessante Angebote erreichen nicht nur die eigenen Fans, sondern landen organisch auch bei den Freunden von Fans. Und eventuell auch bei deren Freunden und Freundesfreunden. Was zugleich eine große Chance ist – wer sein Angebot geschickt aufzieht, kann sich nach einer erfolgreichen Aktion über neue Fans freuen.

Offers: Einstellungssache (Bild: thomashutter.com)
Facebook macht's einfach: Offers/ Angebote werden direkt über die Publishing-Funktion angelegt. (Bild: thomashutter.com)

Mit dem globalen Rollout wurde der Funktionsumfang dabei noch etwas ausgebaut. Während das Werbeformat bisher vor allem auf Online-Händler zugeschnitten war, ist es in der jetzigen Form auch für Geschäfte interessant. So können nun auch ausdruckbare Barcode-Coupons über Facebook verteilt werden. Barcode-Coupons sind etwa für Cafés oder Fachmärkte gedacht, wo die Coupons direkt vor Ort eingelöst werden können. Die ebenfalls neuen „Unique Codes“ stellen das Äquivalent für Online Shops dar, in denen eine Eingabe von Gutschein-Codes möglich ist. Die Verwendung von Unique Codes ist dabei rein optional. Erlaubt der eigene Shop keine Eingabe von Gutscheincodes oder möchte man die Kundschaft direkt auf seine Webseite ziehen, ist auch das problemlos möglich: Link-Ziel des Coupons kann auch einfach eine beliebige Webadresse sein. Letzteres entspricht der bisherigen Handhabe in den USA.

9 Tipps für Werbetreibende

Damit die eigene Kampagne nicht ins Leere läuft und bei der Kundschaft ankommt, hat Facebook in seinem erklärenden Video einige grundlegende Coupon-Tipps gegeben:

  1. Abhängig vom Geschäft kommen verschiedene Gutscheine verschieden gut an. Hier ist ein wenig Erfahrung und Experimentierfreude gefragt. Angebote, in denen es etwas umsonst gibt, kommen im Allgemeinen gut an. („Zwei Stücken Kuchen zum Preis von einem!“)
  2. Entscheidet man sich für Nachlässe, sollten diese spürbar sein. Angebote mit mehr als 20% Preisnachlas kommen in der Regel gut an. Mit geringeren Nachlässen sollte man daher nicht unbedingt operieren.
  3. Bei der Formulierung des Angebotes sollte man darauf achten, dass der Text klar, eindeutig und leicht verständlich ist.
  4. In der Überschrift sollte man den Rabatt in den Fokus rücken. Das kommt bei Gutscheinen besser an, als Schlagwörter oder Marketing-Slogans.
  5. Auch bei den Bedingungen ist es eminent, eindeutig und klar zu formulieren. Zu viele oder komplizierte Bedingungen und Einschränkungen führen oft zu geringerer Akzeptanz.
  6. Unbedingt ein realistisches und sinnvolles Ablaufdatum wählen: Es dauert mitunter einige Tage, bis jemand das Angebot sieht und an seine Freunde verteilt. Ist der Gutschein nur eine Woche gültig, sorgt das nicht für Freude, sondern eher für Frust über das verpasste Angebot.
  7. Bei der Bebilderung gilt, dass Bilder mit Person, die das Produkt nutzen, meist interessanter und einladender wirken, als reine Produktbilder.
  8. Die Aufmerksamkeit für die Aktion lässt sich optimieren, indem man die Coupons z.B. mit thematisch passenden Sponsored Stories flankiert. Wichtig ist es auch, den Coupon auf der eigenen Seite für die Dauer des Zeitraumes anzupinnen. (Oder zumindest bis wenige Tage vor Ablauf der Gutscheine.)
  9. Bei Gutscheinen für Geschäfte ist es unerlässlich, dass Personal entsprechend zu informieren und nötigenfalls zu schulen. Am Verkaufspunkt sollte man darauf vorbereitet sein, dass Gutscheine in diversen Medienformaten eingereicht werden: Der eine wird den Coupon ausdrucken, andere werden ihn einfach am Smartphone oder Tablet vorzeigen.

Wer ganz genau wissen möchte, wie er eine Coupon-Kampagne startet, schaut bei Tomas Hutter vorbei und kann sich dort eine ausführliche und reich bebilderte Schritt für Schritt-Anleitung ansehen. Auch Facebook selbst stellt dazu eine ausführliche Hilfe bereit.

Habt ihr selbst schon von den Facebook Offers gebraucht gemacht? Welche Reaktionen gab es bisher darauf? Überlegt ihr noch, ob ihr es einsetzt, oder  fehlt noch die eine zündende Idee für einen sinnvollen Gutschein?  Habt ihr selbst schon Gutscheine eingelöst und wie fandet ihr die Handhabe, alles easy? Wir freuen uns auf eure Eindrücke und Gedanken!

Quellen


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Hubertus Porschen

Dr. Hubertus Porschen ist CEO der App-Arena GmbH. Er ist zudem Bundesvorsitzender des Verbandes "Die jungen Unternehmer" und Keynote Speaker für Digitalisierung & Innovation.