user Avatar

Welchem Team gehört die Marketing Schale? – Der Social Media Überblick zum Bundesligastart

„Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“, lautet eines der bekanntesten Fußballzitate von Trainerlegende Sepp Herberger. Und nach der EM ist deshalb eben auch vor dem Bundesligastart. Das erneute Scheitern unserer Nationalelf im Halbfinale dürfte deshalb mittlerweile nur noch den wenigsten Fußballfans Kopfzerbrechen bereiten. Zwar hat das Turnier aus deutscher Sicht kein allzu glückliches Ende genommen, aber immerhin hat sich durch die diesjährige Europameisterschaft in Polen und der Ukraine die Wartezeit auf die Bundesligasaison 2012/2013 um ein gutes Stück verkürzt. Nur knapp zwei Monate lang musste die fußballfreie Zeit ertragen werden, bis ab dem 24. August endlich wieder der Ball rollt. Nun gilt es, sich auf den heimischen Rasen zu konzentrieren und schon einmal die Mannschaftsaufstellungen zu studieren, um zur neuen Saison auf unser aktuelles Facebook Fußball Tippspiel vorbereitet zu sein. Bereits zur Europameisterschaft haben sich die Facebook Applikation der App-Arena großer Beliebtheit bei den Fans erfreut und kommt nun zusätzlich mit einem frischen Teammodus daher. Doch was machen eigentlich die Bundesliga Mannschaften selbst, um im Social Media Markt präsent zu sein?

In einem Land wie Deutschland, wo Fußball seit Jahrzehnten der Nationalsport Nummer 1 ist, geht es in der höchsten Spielklasse längst nicht mehr nur um den Sport allein. Fußball ist ein Millionen Geschäft geworden, mit allen Vor – und Nachteilen, die aus einer solchen Entwicklung entstehen. Fans sind nicht selten erbost darüber, wenn ihr Verein von dessen Managern eher im Stiles eines erfolgreichen Großunternehmens anstatt eines Sportklubs betrieben wird. Gerade professionelles Marketing ist aber auch im Bereich der Fußball Bundesliga längst nicht mehr weg zu denken. Dies muss für den eingefleischten Fußballfan aber natürlich nicht nur negative Folgen haben. Ganz im Gegenteil: seit die Bundesliga Mannschaften sich in ihren Marketingbemühungen auch immer mehr auf den Bereich des Social Media und der beliebtesten sozialen Netzwerke konzentrieren, ist der Fan so nah an seiner Mannschaft, wie nie zuvor. Wir checken, welche der 18 Bundesliga Mannschaften kurz vor dem Start der aktuellen Saison im Bereich des Social Media Marketing die Nase vorn hat.

Die Stammmannschaft – Facebook und Twitter als Marketingstütze

Um Social Media Marketing via Facebook und Twitter kommt keine der Bundesliga Mannschaften mehr herum. Egal, ob das Team aus der Millionenstadt München oder dem eher beschaulichen Mainz kommt; auf allen Seiten werden über offizielle Facebook Fanpages und Twitter Accounts des jeweiligen Vereins fleißig Fans bzw. Follower gesammelt. Eine hohe Zahl von Anhängern innerhalb dieser beiden großen sozialen Netzwerke fördert die Viralität der ausgesendeten Nachrichten, lockt Fans vor den Fernseher, zieht ihn ins Stadion und den nahe gelegenen Fanshop. Im Gegenzug werden die Vereinsanhänger nun täglich oder sogar stündlich mit neuen Infos rund um ihre Lieblingsmannschaft versorgt. Das aktuelle Trikot wird genauso via Facebook und Twitter vorgestellt, wie der Neuzugang aus Brasilien. Aber auch bildliche Eindrücke von der letzten Trainingseinheit, die neuesten Infos von der Pressekonferenz oder nostalgische Fotos zur Vereinsgeschichte sind beliebte Beiträge, die die Beziehung zwischen Fans und Mannschaft stärken sollen. Gerade der Kurznachrichtendienst Twitter hat hier im Gegensatz zu vergangenen Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen. Vergleicht man die aktuellen Zahlen mit der einer Studie des Deutschen Instituts für Marketing aus dem Jahre 2010, hat sich die Menge der Follower bei einigen Teams etwa verdreißigfacht. Aber auch auf Facebook bricht der Fanstrom nicht ab. Die großen Mannschaften sammeln hier schon einmal mehrere Tausend neue Fans innerhalb nur weniger Tage (weshalb auch die genannten Zahlen zum Erscheinungsdatum dieses Artikels nicht mehr 100 prozentig stimmen können).

Abbildung 1: Aufstellung beim Trainingspiel: Facebook Post auf der Seite des HSV

Mit über 4,5 Millionen Facebook Fans und ca. 115.000 Followern bei Twitter steht der deutsche Rekordmeister FC Bayern München nicht nur in der ewigen Bundesligatabelle unangefochten an Position 1, sondern führt auch mit einigem Abstand das Feld im Bezug auf die Fans der zwei wichtigsten sozialen Netzwerke an. Die hohe Zahl der Facebook Fans dürfte nicht zuletzt auch dem starken Bekanntheitsgrad der Mannschaft rund um Schweinsteiger, Ribèry und Co. im Ausland zu schulden sein. An Position 2 steht mit Borussia Dortmund die Überraschungsmannschaft der letzten zwei Jahre. Die beiden Titelgewinne sowie DIE Sympathieperson der Bundesliga, Trainer Jürgen Klopp, dürften hauptsächlich dafür verantwortlich sein, dass es der BVB auf stolze 1,4 Millionen Facebook Anhänger und 75.000 Twitter Follower bringt. Auf Platz 3 folgt der FC Schalke 04 mit 565.000 Facebook Fans. Was die Zahl der Twitter Follower angeht, müssen die Weiß-Blauen sich allerdings sowohl dem Hamburger SV, als auch Werder Bremen geschlagen geben. Auf den Abstiegsplätzen in dieser Kategorie befinden sich Mainz, Hoffenheim und die Spielvereinigung Greuther Fürth. Die Teams aus den kleineren Städten der Republik scheinen es, wie zu erwarten, auch im Bereich Social Media schwerer zu haben, was das Sammeln von Fans angeht.

Kein Titel ohne eine starke Bank – Google+ und YouTube als wichtige Ergänzungsspieler

Ein Top Team besteht nie nur aus 11 guten Spielern. So werden vielleicht Spiele gewonnen, aber sicherlich keine Meisterschaften. Eine starke Bank ist wichtig, wenn es bei den Stammspielern mal kriselt. Und auch im Bereich des Social Media Marketing sollten sich die Vereine nicht lediglich auf die großen Zugpferde Facebook und Twitter verlassen. Gerade die beiden Plattformen des Suchmaschienenunternehmens Google, Google+ und YouTube, bieten wichtige Möglichkeiten für die Vereine, ihre Marketingbemühungen innerhalb der sozialen Netzwerke zu ergänzen. Zwar tummeln sich beim Facebook Pendant Google+ noch längst nicht so viele User, wie bei Platzhirsch Facebook, ganz abschreiben sollten die Marketingverantwortlichen die innovative Plattform allerdings noch nicht. Schließlich wächst Google+ stetig und könnte in Zukunft durch die Verknüpfung mit weiteren Google Anwendungen (Mail, Docs, Picasa etc.) für viele User deutlich an Attraktivität gewinnen. Und warum eigentlich nicht künftig Pressekonferenzen auch einfach per Google+ neuem Videofeature „Hangouts“ direkt auf den Rechner der Fans streamen?

Die Macht der (bewegten) Bilder darf dabei gar nicht hoch genug bewertet werden, weshalb auch eigene YouTube Kanäle mittlerweile zum festen Instrument der Marketingstrategie vieler Vereine zählen. Hier gibt es z.B. die neusten Fanchoreographien vom letzten Heimspiel zu bestaunen oder auch zahlreiche Interviews mit Trainer, Spielern und weiteren Vereinsmitgliedern. Während einige Teams noch keine offizielle Präsenz bei Google+ eingerichtet haben, oder gerade erst damit beginnen (wodurch die Zahlen der Fans teilweise erst im zweistelligen Bereich liegen), ließen anderen Mannschaften die Chance eines weiteren Kommunikationskanals nicht lange ungenutzt und können dadurch bereits eine sehr stattliche Anzahl von Google+ Followern vorweisen. An der Spitze liegen hier die beiden Nordlichter der Liga, der Hamburger SV (ca. 42.000 Anhänger) sowie Werder Bremen (ca. 32 000  Anhänger). Knapp darauf folgt der VFB Stuttgart, den bereits 31.000 User in ihre Circles aufgenommen haben. Von der offiziellen Google+ Seite des FC Bayern fehlt dagegen aktuell jede Spur, obwohl diese bereits einmal existiert haben soll. Zu lange sollten die Marketingfachmänner des Rekordmeisters definitiv nicht warten, auch hier aktiv zu werden. Sonst droht die Konkurrenz davon zu ziehen. Neben dem FC Bayern leisten sich lediglich 4 weitere Teams noch keinen Google+ Auftritt. Im Bereich YouTube trumpft dann mit dem FC Bayern und dem BVB wieder das bekannte Spitzenduo auf. Über 20.000 Abonnenten schauen regelmäßig beim FCB TV rein. Bei Borussia Dortmund sind es knapp 15.000. Schalke 04 kommt immerhin noch auf um die 9000 Abonnenten. Einen YouTube Kanal zu führen, dürfte von den hier genannten Marketingmöglichkeiten, die aufwändigste Aufgabe sein. Bis auf bei den drei genannten Teams bewegen sich die Abonnenten Zahlen der restlichen Mannschaften auch eher im niedrigeren 4-stelligen Bereich. Leverkusen, Hoffenheim, Fürth und Düsseldorf besitzen noch nichtmals einen offiziellen YouTube Channel.

Der FC Bayern geht als Titelfavorit ins Rennen

Wieder einmal geht der FC Bayern München als Titelfavorit in die Saison, selbst wenn es sich an dieser Stelle lediglich um den Titel als Social Media Meister dreht. Auch ohne Google+ Präsenz schart der Rekordmeister klar die meisten Fans innerhalb der sozialen Netzwerke um sich. Ein Schwachpunkt, der möglicherweise fatale Folgen haben könnte, ist die Abwesenheit einer offiziellen Google+ Seite dennoch. Der BVB ist dagegen in allen vier Bereichen breit aufgestellt und kann sich deshalb beim Kampf um die Social Media Schale ebenfalls große Chancen ausrechnen. Geht es um Marketing innerhalb der sozialen Netzwerke, mischen außerdem der SV Werder Bremen und der Hamburger SV ganz oben mit. Es dürfte interessant zu sehen sein, ob sich die Kräfteverhältnisse in diesem Bereich innerhalb der neuen Saison verschieben werden, beispielsweise durch besonders innovative Nutzung der Social Media Kanäle. Im Gegensatz zur Qualität des Kaders, ist die Wirkung an dieser Stelle nämlich nicht zwangsläufig vom Budget abhängig. Auch kleinere Teams können durch kreative Maßnahmen, wie Wettbewerbe, Gewinnspiele oder interessante Einblicke ins das Vereinsleben eine feste Fangemeinde entstehen lassen und somit neue Anhänger durch die sozialen Netzwerke gewinnen.  Klar ist: auch in der Budesliga ist der Faktor Social Media nicht mehr wegzudenken.

Quellen:

[1] www.facebook.com

[2] www.twitter.com

[3] www.youtube.com [

4] https://plus.google.com/

[5] http://www.dim-marketingblog.de/2010/01/08/werder-bremen-ist-twitter-herbstmeister-20092010/

[6] http://www.ishpc.de/2012/07/09/google-was-es-ist-und-was-es-werden-konnte-2/


Bundesliga Bundesliga Vereine Soziale Netzwerke Fußball Facebook Fußball Twitter Soziale Netzwerke Vereine auf Facebook
Hubertus Porschen

Dr. Hubertus Porschen ist CEO der App-Arena GmbH. Er ist zudem Bundesvorsitzender des Verbandes "Die jungen Unternehmer" und Keynote Speaker für Digitalisierung & Innovation.