Vom Hafen in Seattle hin zu über 30 Millionen Fans

Dass ein so großes Unternehmen wie Starbucks die Plattform Facebook nutzt, versteht sich heutzutage von selbst.  Starbucks hat es jedoch geschafft, Facebook nicht nur für Werbezwecke zu nutzen, sondern konnte über das Netzwerk die Kundenbindung sowie den Service verbessern. Fans können hier Starbucks Cards kaufen, aufladen oder Freunden eine Karte als eGift zukommen lassen.

Außerdem werden die Fans dazu ermutigt aktiv an der Gestaltung der Seite  teilzunehmen, indem sie Bilder von Besuchen in einer der Filialen posten oder ihre Meinung zu den neusten Angeboten kundtun. So werden sie ein Teil der Starbuckscommunity.

Neben der Interaktion mit den Kunden erfüllt die Fanpage einen weiteren interessanten Zweck: mit einer Job Search App werden neue Mitarbeiter rekrutiert. Allerdings gilt dies nur für die USA und Kanada.

Schon früh hat das Unternehmen die Bedeutung von Social Media Marketing verstanden und versuchte schon in den Anfangszeiten von Facebook den Fans einen Mehrwert zu geben.  Vor zwei Jahren war Starbucks die erste Marke überhaupt, die auf mehr als 10 Millionen Fans bei Facebook kam. Heute kommt die Fanpage auf über 30 Millionen Likes und belegt damit den 8. Platz im Ranking der Marken.

 

Mit Social Media das Unternehmensprofil schärfen

 

Starbucks präsentiert sich gerne als Unternehmen, das sich um die Umwelt kümmert, den Kaffeebauern gerechte Preise zahlt und allgemein Gutes tun möchte.

Im April 2011 hat das Unternehmen den ersten Global Month of Service ins Leben berufen. 60.000 Freiwillige aus 30 Ländern halfen einen Monat lang ihre Stadt zu säubern, zu verschönern oder brachten Menschen bei, wie sie in Zukunft umweltbewusster leben. Natürlich geschah dies nicht ohne eine öffentlichkeitswirksame Medienarbeit. Auf der Facebookfanpage wurden etliche Bilder gepostet auf denen die Freiwilligen bei ehrenamtlichen Arbeiten zu sehen sind.

 

Ein weiteres Beispiel wie Starbucks Social Media als PR Tool nutzt ereignete sich erst kürzlich: im Internet kursierte das Gerücht, der Konzern hätte Ressentiments gegen das US Militär- für ein amerikanisches Unternehmen ein No Go ist. Am 4. Juli, dem Unabhängigkeitstag der USA, postete das Unternehmen hierzu eine Stellungnahme, um diese-  der Pressemeldung zufolge- Falschmeldung zu entkräften.

 

 Der Twitter Fail

 

Starbucks hat neben seinen 30 Millionen Fans auf Facebook auch zwei Millionen Follower auf Twitter, die mit Informationen zu Gratisaktionen und dergleichen gefüttert werden. Vor einem guten Monat passierte dem Konzern jedoch ein Fauxpas, der zeigte wie vorsichtig ganz besonders Unternehmen mit Social Media umgehen sollten. Über den Twitteraccount von Starbucks Irland wurden die Follower aufgefordert etwas zu twittern, dass ihren Stolz darauf Brite zu sein zum Ausdruck bringt. Daraufhin hagelte es wüste Beschimpfungen von Iren, die sich in ihrem Nationalstolz gekränkt fühlten.  Nachdem sich Starbucks für diesen Fehltritt entschuldigt hatte, ließen diese Anfeindungen jedoch nach- anscheinend wurde bei der Entschuldigung der richtige Ton getroffen.

 

My Starbucks Idea sorgt für mehr Interaktion

 

Zusätzlich zu  den Aktivitäten auf  Facebook und Twitter hat Starbucks ein weiteres Instrument entwickelt, um mit den Kunden zu interagieren. 2008 launchte das Unternehmen die Website Mystarbuckidea.com. User haben hier die Möglichkeit neue Kaffee- oder Teekreationen  vorzuschlagen oder wie das Unternehmen kundenfreundlicher werden könnte. Alleine im ersten Jahr wurden über 70.000 Vorschläge eingereicht.

 

 Über 30 Millionen Fans sind kein Zufall

 

Was Social Media Marketing betrifft hat der Konzern seine Hausaufgaben gemacht. Die regelmäßigen Posts sorgen dafür, dass den Fans das Unternehmen im Gedächtnis bleibt. Es wird mit den  Fans kommuniziert, auf Fragen und Anregungen gehen die Betreiber der Seite häufig ein. Gewinnspiele und die Möglichkeit Starbuckskarten zu kaufen bieten den Fans einen weiteren Nutzen. Über 30 Millionen Fans bekommt ein Unternehmen nicht zufällig und wenn man sie hat, wollen sie auch unterhalten werden. Starbucks scheint dies zu gelingen.

 

Vor über 40 Jahren begann die Erfolgsgeschichte

Vor mehr als vier Jahrzehnten, im Jahr 1971, eröffneten die Freunde Zey Siegl, Gordon Bowker und Gerald Baldwin im alten Hafen von Seattle das Kaffee, Tee- und Gewürzgeschäft „Starbucks Coffee, Tea and Spice“.  Zu diesem Zeitpunkt hat vermutlich keiner der drei Jungunternehmer auch nur im entferntesten  damit gerechnet, dass aus diesem Laden mal ein milliardenschweres Unternehmen mit Cafe- Filialen  in knapp 60 Ländern  werden würde. Das Sortiment des Ladens beinhaltete damals in erster Linie Produkte rund um  die Kaffee- und Teeherstellung für daheim, frisch gebrühte Kaffeespezialitäten gehörten nicht dazu.

Ursprüngliches Wappen von Starbucks

 

Mit Howard Schultz kam der große Erfolg

 

Bis 1981 wurden in Seattle drei weitere Starbucksläden aufgemacht. In diesem Jahr wurde Howard Schultz aus New York auf die Firma aufmerksam. Schultz,  damals Verkaufsleiter einer Haushaltsgerätefirma, war aufgefallen, dass Starbucks  überdurchschnittlich viele hochwertige Kaffeemaschinen bestellte. Er war neugierig, wollte wissen was es mit der Firma auf sich hatte. Er fuhr nach Seattle und war angeblich sofort begeistert von der Qualität des Starbucks- Kaffees. Er befand den Kaffee sogar für so gut, dass er ihn landesweit verkaufen wollte. Dafür musste er allerdings erst einmal die drei Eigentümer  Zey, Bowker und Baldwin für sich gewinnen. Die waren von dem Vorschlag zu expandieren zunächst nicht sehr begeistert. Es bedurfte einiger Überzeugungskraft seitens Schultz, bis er einen Job bei Starbucks bekam. Daraufhin kündigte er seinen Job in New York City und übernahm bei Starbucks die Leitung des Einzelhandels und der Vermarktung. Er verfolgte das Ziel, in jede Starbucksfiliale eine Espressobar zu integrieren. Damit waren die Besitzer jedoch nicht einverstanden, was dazu führte, dass Schultz das Unternehmen verließ. Er eröffnete sein eigenes Cafe und suchte sich derweil Investoren die ihm helfen sollten, Starbucks seinen bisherigen Besitzern abzukaufen. Dieses Vorhaben  gelang ihm und im Jahr 1987 kaufte er die Firma für 3,8 Millionen US Dollar. Zu dem damals elf Läden umfassenden Unternehmen gehören inzwischen weltweit rund 15.000 Filialen, aus einst 100 Mitarbeitern wurden rund 140.000 Angestellte. Schultz hat das Unternehmen zu einem Global Player geformt.

 

 

Quellen:

 

http://www.facebook.com/Starbucks

http://blog.kulturkurier.de/2012/06/08/starbucks-twitter-fail-und-was-sich-daraus-lernen-lasst/

http://www.socialmedia.org/blog/case-studies/my-starbucks-idea-generates-70000-ideas-in-its-first-year/

http://www.snapgiant.com/blog/lessons-from-the-best-of-facebook-marketing-starbucks/

http://mystarbucksidea.force.com/

http://www.starbucks.com/blog/60000-volunteers-30-countries-30-days/1047

http://www.flickr.com/photos/shisho_1975/7386053926/

http://www.flickr.com/photos/zoonabar/154373675/

http://www.flickr.com/photos/nicholassmale/3873395253/

 

 


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Dr. Hubertus Porschen ist CEO der App-Arena GmbH. Er ist zudem Bundesvorsitzender des Verbandes "Die jungen Unternehmer" und Keynote Speaker für Digitalisierung & Innovation.