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Schufa Skandal: Datensammlung über Facebook?

Ein großes Raunen geht momentan durch die Medien. Grund sind Pläne der Schufa (Schutz für allgemeine Kreditsicherung) zukünftig womöglich Daten von Facebook sowie anderen sozialen Netzwerken zu nutzen, um die Kreditwürdigkeit einzelner Personen festzustellen. Ans Licht gebracht wurden jene Pläne durch Nachforschungen des NDR, der auf ein gemeinsames Web-Forschungsprojekt zwischen Deutschlands größter Auskunftei und dem Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik der Universität Potsdam (HPI) stieß. Was aber genau steckt hinter dem ominösen Projekt mit dem klingenden Namen „SchufaLab@HPI“?

Umfassende Informationssammlung durch Crawler Einsatz?

Aktuell lässt die Schufa über das Potsdamer Institut zwar „nur Ideen“ sammeln, aber ein wenig komisch klingt es trotzdem, wenn man einerseits davon spricht, dass alle „Projektideen dem juristischen und legalen Rahmen in Deutschland“ folgen, auf der anderen Seite allerdings über die Nutzung von Crawlern nachgedacht wird, die automatisch soziale Netzwerke nach Daten und Verbindunden zu anderen Personen abgrasen. Denn wie allfacebook.de Autor Philipp Roth in seinem Artikel  zum Thema treffend anmerkt, ist der Einsatz von Crawlern zumindest auf Facebook durch die internen Richtlinien verboten. Sollte es irgendwann doch einen Einsatz von solchen Datensammelprogrammen geben, könnte die Schufa allerdings wenn überhaupt, dann nur an die öffentlich sichtbaren Informationen einzelner User kommen. Jedes weitere sammeln von Daten, bedürfte einer akiven Zustimmung des einzelnen Nutzers. Ganz so leicht wie befürchtet, wäre es für die Schufa also erstmal doch nicht an die Daten einzelner Facebookuser zu kommen.

Ein Problem der Aussagekraft

Dass die Schufa als Aktiengesellschaft versucht neue Wege zu finden, ihr eigenes Geschäftsmodell zu verbessern, ist nahe liegend. Ob es wirklich so viel Sinn macht, gerade das Internet nach Informationen abzugrasen, die letztendlich glaubwürdig und stichfest sein müssen, ist eine andere Frage. Sind alle Leute, mit denen wir bei Facebook befreundet sind, wirklich unsere Freunde? Haben diese Verbindungen wirklich eine reale Aussagekraft? Nimmt man alles für bare Münze, was Menschen im Internet von sich geben, was sie teilen, was sie schreiben, kann es schnell zu gravierenden Missverständnissen kommen. Wirklich durchdacht scheint der Forschungauftrag den die Schufa dem Potsdamer Institut da übergeben hat, also nicht zu sein. Und wie der Vorsitzende der Piratenpartei Schlömmer treffend anmerkte: „Wenn selbst die Polizei nicht auf Facebook ermitteln darf, warum sollte es eine Finanzauskunftei dürfen“?

Was haltet ihr von den Plänen der Schufa? Lassen sich über das Internet überhaupt aussagekräftige Daten über Personen sammeln? Weitere Details zum Thema findet ihr in unseren Quellen.

Quellen:

http://allfacebook.de/news/das-hat-noch-gefehlt-schufa-will-facebook-daten-nutzen

http://www.ndr.de/ratgeber/netzwelt/schufa115.html

http://www.ndr.de/ratgeber/netzwelt/schufa119.html

http://www.ndr.de/info/programm/sendungen/kommentare/schufa127.html