Designänderungen: Facebook User sollen mehr posten

Wie insidefacebook.com berichtet, arbeiten die Facebook Entwickler aktuell offenbar an Möglichkeiten, die Statusbox umzugestalten, um User stärker zu motivieren, persönliche Meldungen zu veröffentlichen. Wie die folgenden Screenshots von Techie Buzz zeigen, werden bei einigen Facebook Nutzern nun verschiedene Statistiken unter der Statusbox angezeigt. Dort wird beispielsweise darauf hingewiesen, wie lange der letzte Post zurück liegt oder wie viele Freunde sich in letzter Zeit in das soziale Netzwerk eingeloggt haben.

Die Statusmeldung als Sprechblase

In einer weiteren Variation wird versucht die Statusmeldung noch stärker als eine persönliche Aussage erscheinen zu lassen. Anstatt der klassischen Textvorlage „What’s on your mind?“ (in Deutschland: „Was machst du gerade?“), wird in einer neuen Version zusätzlich der Vorname des Users voran gestellt. Auch wird damit experimentiert, das Profilbild des Nutzers näher an die Statusbox zu positionieren, wodurch eine art Sprechblaseneffekt entsteht.

Durch die jeweiligen Neuerungen könnten sich Nutzer unterbewusst ein wenig stärker verpflichtet fühlen, ihre Statusupdates regelmäßiger durchzuführen. Auch könnten die leichten Veränderungen der Statusbox durchaus Einfluss auf die Art der Inhalte, die geteilt werden, nehmen. Aber warum ist Facebook eigentlich an regelmäßigen Statusupdates der User interessiert?

Der persönliche Bezug darf nicht verloren gehen

Seit der Entstehung des sozialen Netzwerks hat sich das Userverhalten auf Facebook drastisch verändert. Ging es Anfangs fast ausschließlich um persönliche Interaktion, rücken insbesondere seit einigen Monaten Trends wie mobile Fotouploads oder passives Teilen durch Open Graph Anwendungen wie Spotify, Pinterest oder diverse Zeitungsapps immer stärker in den Fokus der Nutzer. Facebook zieht durch diese praktischen Optionen zwar immer noch hohe Besucherzahlen an, wandelt allerdings auf einem schmalen Grat. Sollten passive Open Graph Meldungen sowie gesponserte Stories und Werbeanzeigen zu viel Platz im Newsfeed der User einnehmen, könnten diese den persönlichen Bezug zum Netzwerk verlieren. Persönliche Nachrichten von Freunden dürfen nicht verloren gehen und Facebook Nutzer müssen weiterhin regelmäßig posten, da dies den persönlichen Wert des Netzwerks für sie selbst steigert.

Könnte Facebook durch Werbung und mangelnde Statusupdates den persönlichen Touch verlieren?

Quellen:

http://www.insidefacebook.com/2012/06/25/facebook-tests-design-and-wording-changes-to-encourage-users-to-post-more/ (+ Artikelbild, + 3. Screenshot)

http://techie-buzz.com/social-networking/facebook-number-of-friends-activity.html (+ 1. und 2. Screenshot)

Über den Autor:

Thomas Zimmer ist 28 Jahre alt und lebt in Berlin. Seit dem Abschluss seines Studiums im Fach Filmwissenschaft an der FU Berlin schlägt er sich als Filmkritiker und Blogger durch das Web 2.0.


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