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Facebook knockt MySpace aus – Verkauft für 35 Millionen

MySpace einst unangefochtener Primus

Das Social Media Urgestein MySpace wurde angeblich vor kurzem für „nur“ 35 Millionen Dollar an die Online Marketing Firma Specific Media verkauft (zum Vergleich: Facebooks Wert  wird gerade auf 50 bis 100 Mrd. taxiert). Eine Wendung die wohl jeder, vor ein paar Jahren, in vielerlei Hinsicht für absurd gehalten hätte. Denn spätestens mit dem 580 Millionen Dollar Kauf durch Medienmogul Robert Murdoch und seiner News Corp gingen Experten von einer rosigen Zukunft aus.

Potentiale, Gelder und Nutzer waren vorhanden, reichten aber am Ende nicht aus um Mark Zuckerbergs Facebook in Schach zu halten.

Facebook und MySpace

Die Zukunft von MySpace

Die Zukunft von MySpaceSollte MySpace sein Konzept beibehalten, wird es nur noch eine Randplattform für Musiker sein. Der Großteil der Nutzer wird immer weniger erreicht, da Facebook eine höhere Reichweite und mehr Funktionen besitzt. Dies könnte aber auch eine Chance für die neuen Besitzer sein. Lassen diese sich kreative und innovative Features für Musiker einfallen, haben Sie nichtsdestotrotz die Möglichkeit ein paar Millionen Nutzer zu erreichen. Die dreistelligen Millionen Deals, wie die Kooperationsvereinbarung mit Google (900 Millionen Dollar), gehören mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit der Vergangenheit an bzw. gehören ab sofort Facebook. MySpace besitzt jedoch mit seinen ca. 60 Millionen Nutzern (Stand März 2011) eine Reichweite aus der sich Umsätze generieren lassen. Entscheidend wird die Umstrukturierung durch Specific Media sein.

MySpace muss mit seinen zukünftigen ca. 250 Mitarbeitern den Innovationsgeist seiner Gründung wiederfinden und darf nicht wie in den letzten Jahren weitere stagnieren. Ansonsten verliert es langsam aber sicher auch seine treuesten Nutzer und verschwindet komplett.

 

Ursachen für den Niedergang – Facebooks Unbarmherzigkeit

MySpaceSeinen Status als Branchenprimus hat MySpace irgendwann zwischen 2006 und 2008 an Facebook  verloren. Hauptgrund dafür war die Entwicklungsfähigkeit von Facebook. Mark Zuckerbergs Entwicklungsteam bringt monatlich neue Funktionen, mal größer mal kleiner, heraus. Im Gegensatz dazu hat MySpace auf der metaphorischen Stelle getreten. Der schwerste Schlag von Facebook waren die dynamischen Pages, welche sich auf Musiker und Künstler anpassen lassen. Diesen folgten dann Facebook Apps für Musiker/Künstler, wie Bandpage.

Durch seine Weiterentwicklungen bietet Facebook mittlerweile ähnlich viele Möglichkeiten für Musiker, Bands, Gruppen, Künstler, etc. ,  wie MySpace Seiten. Jedoch besitzen Facebook Seiten Vorteile von denen MySpace noch weit entfernt ist.

Vorteile:

  • Direkte Kommunikation über Fanpage
  • Mittlerweile zehnfache Reichweite
  • Breitere Bevölkerungsschicht wird angesprochen
  • „Viralere“ Verbreitung (Share-Button, Like-Button, etc.)
  • Integration in Websites

Blick auf andere soziale Netzwerke

MySpace ist nicht das erste Opfer von Facebook und wohl auch nicht das letzte. In den letzten Jahren mussten vor allem regionale Dienste vor der blau-weißen Übermacht kapitulieren. In Deutschland sind vor allem die VZ Netzwerke der große Verlierer. Obwohl die VZ Netzwerke versucht haben nachzuziehen, können Sie  nicht gegen Mark Zuckerberg bestehen. Die Neuerungen bei den VZ Netzwerken kamen nur langsam und waren eigentlich nie innovativ. Beispielsweise sind die Unternehmensseiten der VZ Netzwerke vor allem optisch nicht gerade gelungen und wirken mehr als ein Versuch sich an den Erfolg von Facebook anzuhängen.

Mittlerweile verstehen sich die VZ-Netzwerke mehr als Nischen –Netzwerk, wobei sich die Frage stellt,  welche Art von Nische?! Denn Facebook umfasst Studenten(„StudiVZ), Schüler (SchuelerVZ) und Nicht-Studenten (MeinVZ).

Es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit,  ab wann diese Netzwerke in der Bedeutungslosigkeit verschwinden.

Ausnahmen zum langsam Niedergang der regionalen Dienste stellen die chinesischen und russischen Klone, renren.com und VK.com, wobei zu beachten ist das Facebook in China gesperrt ist.

 

Mit Blick auf die Entwicklung von Facebooks „Weltpräsenz“ von 2009 auf 2010 ist ein klarer Trend weltweit erkennbar und wohl unvermeidbar, da Facebook mit seinen bisherigen und noch kommenden Funktionen jedem Nutzer etwas bietet. Des Weiteren sind in einer immer globaleren  Welt, regionale Dienste nicht weitreichend genug. Denn vor allem die junge Generation von 15-30 Jahren haben nicht mehr nur Freunde und Bekannte im Heimatland, da Sie durch Studienfahrten, Urlaube, Austausche, Arbeit, etc. in anderen Ländern unterwegs sind.

Facebook wird in den nächsten Jahren weiter an Anteilen gewinnen. Wie es in 5 Jahren aussieht, kann jedoch nicht genau gesagt werden, denn wer hätte vor 5 Jahren an einen MySpace Verkaufswert von 35 Millionen Dollar gedacht?!

 


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Hubertus Porschen

Dr. Hubertus Porschen ist CEO der App-Arena GmbH. Er ist zudem Bundesvorsitzender des Verbandes "Die jungen Unternehmer" und Keynote Speaker für Digitalisierung & Innovation.