Kampagne des Monats: PRIIIIL- Mein Pril- Mein Stil

Die Kampagne des Monats Mai ist die Crowdsourcing-, oder Social-Media oder User Generated Content oder User-Innovated oder Image- oder Was-auch-immer- Kampagne aus dem Hause Henkel.

Warum: Weil Spülmittel fesch ist- Weil Spülmittel Spass macht und weil Spülmittel auch Social-Media ist. Das dachten sich zumindest die Initiatoren des Designwettbewerbs auf Pril.

Gedacht war der Wettbewerb folgendermaßen: Die User reichen Designvorschläge ein, die von anderen Usern bewertet werden. Die erfolgreichsten Beiträge sollten tatsächlich in den Handel gebracht werden.

Im Wortlaut:

„Mit dem farbenfrohen Crowdsourcing Projekt „Mein Pril – Mein Stil“ können jetzt Pril- Fans zum ersten Mal in der Historie der Marke das Erscheinungsbild des Spülmittels mitgestalten. Gesucht werden zwei Designs, die als limitierte Edition deutschlandweit im Handel erscheinen werden. […]“

Was passierte? Die User reichten Beiträge ein und bewerteten. Richtig Aufschwung bekam der Wettbewerb als ein Hähnchendesign eingereicht wurde und auf Anhieb die Liste der Votes anführte.

Im Folgenden wurde ein weiteres Motiv, der Rage Guy, eingereicht, welches über 40.000 Votes sammelte.

Um dem nun drohenden „Schaden“ vorzubeugen wurden die Regeln geändert: Die Designs wurden erst nach Begutachtung freigegeben und „gefakte“ Votes wurden bereinigt.

Als Folge fühlte sich die Community betrogen und setzt alles daran, die Facebook-Seite von Pril lahmzulegen.

Die beiden Gewinnerdesigns wurden nun durch eine „unabhängige“ Jury festgelegt:

Lessons learned:

1. Regeln vorher genau definieren. Hierzu gehören AGB´s, Jury- Mechanismen usw.   Auf gar keinen Fall sollten Regeln während des Wettbewerbs geändert werden.

2. Votingsystem sicherer gestalten. Möglich wäre es, pro User nur eine Stimme zuzulassen. Ausserdem hätte die Stimmmanipulation durch Proxyserver, mit dem Einbau eines Captchas verhindert werden können.

3. Freischalten von Designs. Manuelle Überprüfung der Designs, die gegen die AGB´s der Aktion verstossen.

4. Konsistent bleiben: Pril hat es versäumt entsprechende Rahmenbedingungen zu definieren. Ähnlich wie Otto, hätte man aus der Niederlage einen Sieg machen können und die Designs mit den meisten Votes zumindest in einer kleinen Auflage in Online Shops vertreiben können.

5. Transparenz bewahren: Die „Bereinigung“ der Votes war für die User in keinster Weise nachvollziehbar. Dies ist unbedingt zu vermeiden.

6. Worst Case Szenario erstellen.


Beispiel Case Facebook Kampagne Mai negativ Pril Worst

Dr. Hubertus Porschen ist CEO der App-Arena GmbH. Er ist zudem Bundesvorsitzender des Verbandes "Die jungen Unternehmer" und Keynote Speaker für Digitalisierung & Innovation.